„Freibergs Silber: Schweiß und Gier, Macht und Zier“ – Sonderausstellung zum Stadtjubiläum

Auch heute noch hat das Silber nichts von ...
Dem Silber, seiner Verwendung und Geschichte in Freiberg ist eine Ausstellung gewidmet, die anlässlich des 850-jährigen Jubiläums an fünf verschiedenen Orten der Universitätsstadt präsentiert wird. Unter dem Titel „Freibergs Silber: Schweiß und Gier, Macht und Zier“ gibt es vom 23. Juni bis 7. Okto
Zum Stadtjubiläum Freibergs bieten fünf Freiberger Ausstellungsorte in diesem Jahr Schauen unter einem gemeinsamen Thema an: „Das Silber, ein Mineral, Element und Edelmetall, hat fast 850 Jahre die Geschichte der Stadt Freiberg und der Region beeinflusst. Um 1168 wurde die große Lagerstätte im Gebiet der heutigen Freiberger Altstadt entdeckt und abgebaut, es wurde hier verhüttet und die Ausbeute wurde dort, wo heute das Schloss Freudenstein steht, zu Münzen verarbeitet. Und mit den Silbermünzen wurde Sachsen reich. Deshalb freuen wir uns besonders, gemeinsam mit den vier anderen Ausstellungsorten in Freiberg eine solche Schau anzubieten“, sagt Anna Dziwetzki, die Leiterin der terra mineralia, einer weltweit einzigartigen Ausstellung, in der über 5.000 Minerale aus allen Teilen der Welt gezeigt werden.

Terra mineralia: „Freibergs Silber: Schweiß und Gier, Macht und Zier“
Im Schloss Freudenstein wird am historischen Ort der ersten Münzstätte das Mineral Silber präsentiert. In der Stiftungssammlung der TU Bergakademie Freiberg können die Besucher in eine Welt aus Silber eintauchen. Gezeigt werden verschiedene Gegenstände, sowohl von der Natur geformt als auch vom Menschen gemacht. Man sieht, wie das Mineral Silber wächst, welche Kristalle es ausbildet und in welchen Formen es vorkommt: von den berühmten Silberlocken bis zu grazilen Bäumchen aus winzigen würfeligen Kristallen. Vom Silberabbau über die Münzprägung bis zu berühmten sagenumwobenen Silberschätzen erfahren die Besucher Wissenswertes in einer spannenden und kinderfreundlichen Ausstellung in der terra mineralia im Schloss Freudenstein.

Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg: „Die Freiberger Bergverwaltung“
Direkt neben der terra mineralia befindet sich im Schloss Freudenstein das Bergarchiv. Seit dem Hochmittelalter ist Freiberg der zentrale Ort der sächsischen Bergverwaltung. Warum der Kurfürst im Laufe des 16. Jahrhunderts eine Bergverwaltung einrichtete und wie der Silberbergbau organisiert, reglementiert und verwaltet wurde, das ist im Archivmaterial des Bergarchivs Freiberg niedergeschrieben. Unter anderem anhand von Bergbüchern, Karten, Rissen und Zeichnungen werden die Tätigkeiten und die Geschichte der Bergverwaltung dargestellt.

Dom „St. Marien“: „Vom Silber zur Kunst“
Um „Macht und Zier“ des Silbers geht es in der Ausstellung des Doms „St. Marien“. Er wurde als romanische Basilika in der Zeit des ersten Silberabbaus und Reichtums erbaut. Dazu zählt natürlich die berühmte „Goldene Pforte“, das erste vollständige Figurenportal nördlich der Alpen. Weitere Ausstattungsstücke des Domes wie die Tulpenkanzel (1505) und die Bergmannskanzel (1638) zeugen vom Bergbau. Auch die Grabbeigaben der im Dom beerdigten Wettiner zeigen die „Macht und Zier“ des Silbers im 16. und 17. Jahrhundert.

Stadt- und Bergbaumuseum: „Sternstunden der Freiberger Geschichte“
Direkt gegenüber des Doms werden im Stadt- und Bergbaumuseum „Sternstunden der Freiberger Geschichte“ als Teil des Gemeinschaftsprojektes „Freibergs Silber: Schweiß und Gier, Macht und Zier“ gezeigt. Denn Freiberg kann mit so vielen Superlativen aufwarten wie wohl wenige vergleichbar große Städte: „Hier entstanden die erste Montanhochschule der Welt und das erste Stadttheater. Zwei chemische Elemente wurden in Freiberg entdeckt. Mit Ulrich Rülein wohnte ein genialer Stadtplaner in der Bergstadt, mit Gottfried Silbermann ein begnadeter Orgelbauer. Diese und weitere Persönlichkeiten und Ereignisse werden mit Anekdoten, Abbildungen und besonderen Exponaten aus Anlass des Jubiläums der Stadt vorgestellt“, sagt der Leiter des Museums, Dr. Ulrich Thiel.

Besucherbergwerk „Reiche Zeche”: „Des Bergbaus Lebensadern – Stolln im Freiberger Revier“
Im Besucherbergwerk „Reiche Zeche“ steht der sprichwörtliche „Schweiß“ im Mittelpunkt, mit dem Generationen von Bergleuten auf der Suche nach Rohstoffen, wie dem Silber waren. Die harte Arbeit der Männer unter Tage über Jahrhunderte hinweg wird unter anderem durch eine Fotoausstellung mit großformatigen Bildern gezeigt. Motive sind die wichtigsten Entwässerungsstolln im Freiberger Bergbaurevier, die nahezu die gesamte 850-jährige Bergbaugeschichte repräsentieren. Mittelalterliche, weitgehend unbekannte Freiberger Stolln bis hin zum berühmten aus dem 19. Jahrhundert stammenden Rothschönberger Stolln können auf außergewöhnlichen, zum größten Teil bisher unveröffentlichten Fotos des Bergbaufotografen Jens Kugler angeschaut werden.

Ansprechpartner: 
Anna Dziwetzki