Freiberger Universitätsbibliothek unter neuer Leitung

Katrin Stump, 1972 in Sonneberg geboren, studierte an der Universität Bamberg und Jena Klassische Archäologie mit den Nebenfächern Alte Geschichte und Theologie. Nach ihrem Studium ging sie 2001 als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Archäologischen Instituts nach Rom. Nach zweieinhalb Jahren bewarb sie sich erfolgreich als Bibliotheksreferendarin des Landes Niedersachsen. Ihr praktisches Ausbildungsjahr absolvierte sie unter anderem an der für ihre Altbestände berühmten Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Das theoretische Ausbildungsjahr an der Bibliotheksschule der Bayerischen Staatsbibliothek beendete sie im September 2005 mit dem zweiten Staatsexamen.

Im Anschluss wechselte Katrin Stump an die Universitätsbibliothek der TU Berlin, wo sie als Projektmitarbeiterin für die Umsystematisierung von Bibliotheksbeständen aus den Bereichen Geschichte und Theologie nach der Regensburger Verbundklassifikation (RVK) verantwortlich zeichnete. Im Juli 2006 schließlich übernahm sie die Leitung der Fakultätsbibliothek Theologie an der Universitätsbibliothek Graz. Hier standen v.a. jene Aufgaben im Vordergrund, die sich aus dem Neubau der Fakultätsbibliothek ergaben.

Planung eines Neubaus, Organisation eines Bibliotheksumzuges, Kenntnisse im Umgang mit Altbeständen - alle diese Erfahrungen kann Katrin Stump als neue Direktorin der Freiberger Universitätsbibliothek gut gebrauchen. "Die Möglichkeit, hier in Freiberg den Bau einer modernen, serviceorientierten Universitätsbibliothek zu begleiten, hat mich gereizt", begründet sie den Wechsel von Österreich nach Sachsen. Auch der gute Ruf der Bibliothek der TU Bergakademie habe zu ihrem Entschluss beigetragen. "Die Universitätsbibliothek konnte in den letzten Jahren exzellente Ranking-Ergebnisse vorweisen. Derartige Erfolge sind nur durch besondere Einsatzbereitschaft des Personals möglich", lobt Katrin Stump.

Trotzdem gelte es, die Universitätsbibliothek permanent weiterzuentwickeln. So erfordere z.B. die Umstellung auf Bachelor-Studiengänge einen zielgerichteten Ausbau der Lehrbuchsammlung. Ebenso müsse den veränderten Nutzerbedürfnissen der Studierenden und Wissenschaftler Rechnung getragen werden. Daraus ergibt sich für die neue Direktorin nicht nur ein stetig wachsendes Angebot elektronischer Ressourcen und die Weiterentwicklung von Serviceleistungen, sondern die Notwendigkeit, die Bibliothek als sogenannte "teaching library" im Universitätsbetrieb zu etablieren.

Hinsichtlich der baulichen Anforderungen an eine moderne Bibliothek, die sich als zentraler Informationsdienstleister der Universität versteht, kommt die Möglichkeit, ein neues Gebäude auf die veränderten Nutzeranforderungen zuzuschneiden, wie gerufen. Bereits Ende 2010 könnten die Bauarbeiten auf dem Campus beginnen, bis dahin ist jedoch noch intensive Planungsarbeit erforderlich. Ideen dafür hat Katrin Stump schon reichlich. "Die neue Bibliothek muss ein zentraler sozialer Ort auf dem Universitätscampus werden. Neben Arealen für ruhiges und konzentriertes Arbeiten in angenehmer Atmosphäre brauchen Studierende heute auch flexibel gestaltbare Räume, in denen in Gruppen gelernt und diskutiert werden kann."

Ansprechpartner: 
Katrin Stump