Freiberger Studenten auf Exkursion im Oman

Die Freiberger Gruppe vor einer Moschee im Oma © Max Ehrenfel / TU Bergakademie
Auch im März 2017 hatten Freiberger Studenten der Geowissenschaften wieder die Gelegenheit, unter Leitung von Dr. Jörg Pfänder (Freiberg), fachlich begleitet durch Dr. Uwe Kroner (Freiberg) und Prof. Dr. Stefan Jung (Hamburg), an einer 14-tägigen Exkursion in das Sultanat Oman teilzunehmen.

Fachliche Schwerpunkte der Exkursion waren das sogenannte "Grundgebirge" des Arabisch-Nubischen Schildes mit seinen Gneisen und Graniten, die Hochdruck-Gesteine im Nordosten des Landes und natürlich die einmaligen Gesteinsserien des weltberühmten Oman Ophioliths. Als "Ophiolith" bezeichnen Geowissenschaftler große Fragmente ozeanischer Kruste, die durch plattentektonische Prozesse vor vielen Millionen Jahren auf die Kontinente geschoben wurden. Der Ophiolith in Oman erstreckt sich über eine Länge von fast 500 Kilometer und eine Breite von bis zu 100 Kilometer im Norden des Landes, und gilt als der weltweit am besten erhaltene und aufgeschlossene Ophiolith überhaupt.

Thematischer Schwerpunkt der ersten Exkursionstage waren Fragen der Entstehung basaltischer Magmen, wie sie auch heute noch an mittelozeanischen Rückensystemen austreten und dabei stetig neue ozeanische Kruste bilden. Einen geologischen Höhepunkt bildeten die weltberühmten Kissenlaven. Diese sehen aus wie ein Teppich aus zum Teil länglichen Kissen, und entstehen nur dann, wenn basaltische Magma am Meeresboden austritt und unter Wasser erkaltet. Ein weiterer Höhepunkt der Exkursion war das Durchfahren des mehr als 30 Kilometer langen tektonischen Fensters im Zentralteil des Omangebirges, in dem unter anderem 723 Millionen Jahre alte Gletscherablagerungen untersucht werden konnten.

Den Abschluss der Exkursion bildete das Studium der Hochdruckgesteine an der Küste des Indischen Ozeans bei As Sifah. Diese Gesteine sind Zeugen der ehemaligen plattentektonischen Kräfte, die letztlich zur Überschiebung des Ophioliths geführt haben.

Allen sehr positiv in Erinnerung bleiben wird die ausgesprochene Gastfreundschaft und Offenheit der einheimischen, durchweg muslimischen Bevölkerung. Wann immer die Gruppe ihre Wasservorräte auffüllten oder Einkäufe erledigten, wurden sie freundlich und hilfsbereit empfangen. Mehrmals wurde die gesamte, 30-köpfige Gruppe zu Datteln und arabischem Kaffee eingeladen.

Ansprechpartner: 
Jörg Pfänder, Tel.: 39-3811