Freiberger Mathematik verliert mit Prof. Bandemer bedeutende Persönlichkeit

Prof. Hans-Walter Bandemer, der seine wissenschaftliche Tätigkeit an der Bergakademie 1958 als Assistent von Prof. Alfred Kneschke begann, hatte seine Wurzeln in der Numerischen Mathematik. 1969 wurde er ordentlicher Professor für Mathematische Statistik.

Über Freiberg hinaus wurde er bekannt durch seine Forschungen auf dem Gebiet der Optimalen Versuchsplanung und auf dem Grenzgebiet zwischen Statistik und Fuzzytheorie. Bis in jüngste Zeit verfasste er wissenschaftliche Bücher, so das 2006 im Springer-Verlag erschienene "Mathematics of Uncertainty".

Nicht nur in der Forschung, auch in der Lehre setzte er deutliche Akzente. Generationen von Freiberger Studenten haben seine Vorlesung "Stochastik für Ingenieure" gehört, und viele werden sich noch an seinen unorthodoxen Vorlesungsstil erinnern. Bandemer hatte 20 Doktoranden, sechs von ihnen haben Hochschullaufbahnen eingeschlagen. Noch in den 1990er Jahren war er erfolgreich um Nachwuchsförderung bemüht: Er war maßgeblich beteiligt an der Einrichtung des Graduiertenkollegs "Räumliche Statistik" und von 1993 bis 1996 dessen Sprecher.

Prof. Bandemer war ein überaus geistvoller Zeitgenosse. Bekannt sind sein Humor, der mitunter sarkastisch war, und sein nie versiegender Zitatenschatz, abendfüllend in manch geselliger Runde.

Seit 1997 lebte Bandemer in seiner Geburtsstadt Halle, zunehmend zurückgezogen wegen gesundheitlicher Probleme. Mit seinem Tod verliert die TU Bergakademie Freiberg und insbesondere die Fakultät für Mathematik und Informatik eine ihrer bedeutenden Persönlichkeiten. Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten.