Freiberger Forschungsergebnisse auf dem Weg in die chilenische Bergbaupraxis

Beprobung einer Halde in Chile © TU Bergakademie Freiberg
Deutsche Hightech- und Innovationsstrategien mit dem chilenischen Bergbau verknüpfen, das ist das Ziel der internationalen Initiative INNOMINE Chile. Dabei könnte auch bald ein an der TU Freiberg entwickeltes Verfahren zur Echtzeit-Aktualisierung geometallurgischer Modelle zum Einsatz kommen.

„Mit dem Verfahren können Sensordaten aus der Aufbereitung, die ohnehin in den meisten Minen im Bereich der Qualitätssteuerung, der Materialverfolgung und der Gesteinszerkleinerung erfasst werden, verknüpft und schnell in sogenannte geometallurgische Ressourcen- oder Grade-Control Modelle zurückgeführt werden. So lassen sich Eigenschaften des geförderten Erzes besser vorhersagen und planen“, erklärt Prof. Jörg Benndorf vom Institut für Markscheidewesen und Geodäsie an der TU Bergakademie Freiberg. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie- und Wissenschaft entwickelte er in den vergangenen vier Jahren das neue Verfahren. Es wurde bereits in verschiedenen Anwendungen, unter anderem im Australischen Goldbergbau, erfolgreich demonstriert.

(v.l.) Volker Osterholt (MIBRAG Consulting International) und Prof. Dr. Jörg Benndorf (TU Bergakademie)

Bei einem Treffen der Initiative in Santiago de Chile (21./22. März) stellte das Freiberger Institut gemeinsam mit dem Industriepartner MIBRAG Consulting International sein Verfahren vor und knüpfte erste Kontakte mit potentiellen Anwendern. „Wir konnten sehr interessante Gespräche führen und sind zuversichtlich, das Verfahren auch bald in Chile erfolgreich einzusetzen“, resümierte Prof. Benndorf.

INNOMINE Chile (Innovative multi- and interdisciplinary solutions for tomorrow’s mining in Chile) ist die neue Initiative als Bestandteil des Kooperationsprojekts "International Research Marketing" der Fraunhofer-Gesellschaft.

Hintergrund:

Unter der Marke „Research in Germany – Land of Ideas“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) weltweit Kommunikations- und Veranstaltungsmaßnahmen zur Bewerbung des Innovations- und Forschungsstandortes Deutschland. Das Verbundprojekt „Internationales Forschungsmarketing“, zu dem sich die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) zusammengeschlossen haben, spielt bei der Umsetzung der BMBF-Kampagne eine wichtige Rolle. 

Weitere Informationen unter:

https://www.research-in-germany.org/en/campaigns-and-activities/innomine-chile.html

http://www.mch.cl/2017/03/21/ministra-de-mineria-destaco-aporte-a-la-innovacion-del-programa-innomine-chile/

Ansprechpartner: 
Prof. Jörg Benndorf, Tel.: 39-2612