Freiberger Bolidenschmiede erringt spektakulären fünften Platz in Hockenheim

Das Racetech Racing Team mit dem RT06 im ...
Einen hervorragenden fünften Platz haben die studentischen Rennwagenbauer des Racetech Racing Teams beim Wettbewerb der Formula Student in Hockenheim errungen. Von 32 Teams belegten die Freiberger noch vor den Dresdner und Zwickauer Rennwagenteams mit dem Elektroauto einen der vorderen Ränge. In der sechsten Saison und der ersten mit Elektrowagen sind die Bergakademie-Rennwagenbauer damit die erfolgreichsten in der Geschichte.
„Auf den Sieg sind wir besonders stolz“, sagt Teamchef Tilman Krupicka. „Denn seit dem Rollout im Mai haben wir uns intensiv auf die verschiedenen Disziplinen in Hockenheim vorbereitet. Dazu gehörte unter anderem ein Fahrertraining von Continental im hessischen Korbach. Die Firma war in diesem Jahr erstmalig unser Sponsor. Außerdem haben wir jeden frei verfügbaren Testtag genutzt, um das Auto im Betrieb zu testen“, so Tilman Krupicka.

"Wir als Racetech Team bedanken uns ganz herzlich bei allen Unterstützern an der Universität, allen voran Prof. Rudolf Kawalla, unserem Schirmherrn, der uns in allen Belangen unschätzbar unterstützt hat und zur Seite steht. Außerdem gilt unser Dank Erwin Tothfalussy, dem Werkstattmeister, der so manche Nacht mit uns über dem Auto gebrütet hat", sagt Priska Lange von der Teamleitung. "Ein Dank geht auch an all unsere Sponsoren, besonders unseren Hauptsponsor Bosch und den Projektverantwortlichen René Socher, der uns begleitet und unterstützt hat", so Lange weiter.

In der Kategorie Energie-Effizienz konnten die Freiberger sogar einen vierten Platz erkämpfen.

Rektor Prof. Bernd Meyer lobte das Team und bedankte sich: „Als erfolgreichstes Racetech-Team in der Geschichte haben Sie mit viel persönlicher Mühe, Kraft, Ausdauer, Disziplin und harter Arbeit im Team den 5. Platz der Gesamtwertung errungen! Die erste Teilnahme in der Formula Student Electric, und gleich nach vorn gefahren! Das ist ein außerordentlich großer Erfolg für Sie alle, für die TU Bergakademie Freiberg und für Sachsen. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihren Einsatz sowie allen beteiligten Mitarbeitern und Professoren, und besonders bei Frau Prof. Kertzscher, die das Team unterstützt hat!“

Zehn Racetechler hatten im Vorfeld außerdem an einer HochVolt-Schulung teilgenommen, die mehr Sicherheit im Umgang mit der hohen Spannung des Antriebes brachte. „Damit konnten wir die Sicherheit während der Arbeiten am Auto erhöhen und beugen Arbeitsunfällen vor“, erzählt Tilman Krupicka.

Priska Lange erzählt: "Rico Hentschel und Stefan Baldauf, unsere Elektroniker, haben kurz vor Hockenheim kaum noch geschlafen, um das Auto für das Ausdauerrennen über 22 Kilometer (Endurance) fit zu machen. Und das ganze Team hat mit oft unauffälligem Engagement und perfektem Teamwork zu dem überwältigenden Erfolg beigetragen", freut sich Priska Lange.

Als Vorbereitung für die statischen Disziplinen (Cost-, Designreport und Business Plan) des Wettbewerbes nutzten die Freiberger Racetechler alle Möglichkeiten, sich zu verbessern und zu üben. Die IAV, ein Automobilbauer mit Sitz in Berlin und langjähriger Partner des Teams, veranstaltete für die bestmögliche Vorbereitung auf die Events jährlich einen Probelauf vieler Disziplinen. „In diesem Jahr haben wir unseren Businessplan präsentiert und viele Verbesserungsvorschläge bekommen."

Teil des Wettbewerbs ist auch die Design-Wertung innerhalb der Formula Student Germany. „Dabei haben wir die einzelnen Bauteile und das Auto als Ganzes vorgestellt und verteidigt“, erzählt Tilman Krupicka. Die Freiberger hatten ihre Herangehensweise präsentiert und ihre Rechenergebnisse und Entscheidungen vorgestellt. „Wir haben dabei auch auf eine Jury aus IAV-Mitarbeitern zurückgegriffen, die uns mit allerhand Informationen versorgt und uns auf dem Weg bestärkt hat“, so Tilman Krupicka.

Zur Vorbereitung gehörte in diesem Jahr auch ein eigenes Testevent bei den BGH Edelstahlwerken in Freital. Ziel war es, ein weiteres Mal das Autodesign, also nicht nur das der Außenhaut, sondern die Form und Funktion aller Bauteile und Bauteilgruppen, zu präsentieren.

In Hockenheim haben die Freiberger in der Kategorie Skid-Pad einen guten sechsten Platz belegt. Dabei wurde ein Achtenkurs gefahren, den das Auto schnellstmöglich passieren muss. Im Acceleration-Test, einem Beschleunigungsrennen über 75 Meter, mussten die Freiberger Rennwagenbauer jedoch wegen eines Fehlers wieder von der Startlinie wegrollen.

Beim Cost Report gab es einen 8. Platz, hierbei müssen alle Material- und Herstellungskosten der einzelnen Bauteile zum gesamten Fahrzeug berechnet und vorgestellt werden, um eine vollständige Übersicht über die einzelnen Bereiche zu erhalten.

Mit ihrem Business Plan kamen die Freiberger auf Platz 12. Dafür hatten sie eine Präsentation ausgearbeitet, in der man den Juroren, die als potentielle Investoren agieren, fiktiv ein Geschäftsmodell unterbreitet und sie von der Investition in das eigene Projekt, eine Massenproduktion des Rennwagens von 1.000 Stück pro Jahr, überzeugt.

An der Formula Student 2012 nehmen insgesamt 108 Formula Student-Teams aus aller Welt teil. In diesem Jahr waren darüber hinaus so viele erstplatzierte Teams anderer Wettbewerbe dabei wie nie zuvor. In diesem Jahr treten 3.000 Studenten vor allem aus ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtungen gegeneinander an.

Für die Racetechler stehen nun die nächsten Wettkämpfe schon an: „Nach dem Formula-Student-Event werden wir uns unverzüglich auf die FSH, die Formula Student Hungary in Györ, vorbereiten. Diese findet vom 17. bis 20. August statt.Danach gibt es vom 14. bis 17. September einen Wettbewerb in Italien auf dem Riccardo Paletti Circuit - der Saisonabschluss für den RTo6.

Der Rektor wünschte im Namen des Rektorats und aller Mitglieder der Universität bei den nächsten Rennen „das notwendige Quäntchen Glück“. Er sagte: „Ihr Erfolg bestätigt uns in unserem Selbstanspruch, im Wettbewerb ganz vorn zu sein. Ihre Teamleistung ist zugleich Ansporn für weitere großartige Teamleistungen an unserer Ressourcenuniversität!“

Bei den Racetechlern hat indessen schon die Planung der neuen Saison begonnen: „Wir sind in diesem Jahr schon jetzt bei der Mitgliedergewinnung für den RTo7 und haben schon viele Leitungspositionen mit Studenten des jetzigen Teams besetzt. Das neue Team RTo7 wird also bereits jetzt geformt und die ersten Ideen für die Umsetzung des Wagens sind bereits gesammelt“, erzählt Tilman Krupicka.
Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel