Forschungsarbeit im Sonderforschungsbereich 799 wird ausgebaut

Nachwuchswissenschaftlerin an einer Biaxial-Prüfmaschine mit der neue Werkstoffe
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat im August zwei weitere Teilprojekte im Sonderforschungsbereich (SFB) 799 „TRIP-Matrix-Composite“ der TU Bergakademie Freiberg bewilligt. Insgesamt forschen damit aktuell 35 Nachwuchswissenschaftler in 24 Projekten an der Entwicklung neuer Werkstoffe.

Die zwei neuen Teilprojekte sind im Projektbereich „Modellierung und Simulation der Werkstoffeigenschaften“ verankert. Künftig untersuchen zwei Freiberger Professoren mit ihren Teams die Verformungsmechanismen und mikrostrukturellen Eigenschaften der innovativen Hochleistungsverbundwerkstoffe aus Stahl und Keramik. Das Teilprojekt C9, unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Sandfeld, beschäftigt sich mit mikrostrukturellen Mechanismen der Stahlmatrix, insbesondere der Interaktion von Versetzungsdynamik, Phasenumwandlung und Zwillingbildung. Im Ergebnis soll eine modellmäßige Beschreibung der experimentellen Beobachtungen entstehen. Ziel des Teilprojekts C10 ist es, die Stahlphase der erforschten Verbundwerkstoffe noch detaillierter zu verstehen und diese Erkenntnisse in die makroskopische Modellierung einfließen zu lassen. Dabei interessiert sich die Forschergruppe von Prof. Dr. Björn Kiefer vor allem für die Verformungsmechanismen auf kleineren Längenskalen. Die Fördersumme für beide Teilprojekte beträgt insgesamt zirka 451.000 Euro für die nächsten drei Jahre. 

„Die beiden Teilprojekte C9 und C10 fügen sich optimal in die bereits bestehenden Forschungsstrukturen ein und bilden wichtige Schnittstellen zu bestehenden Teilprojekten“, so Prof. Dr. Horst Biermann, Direktor des Institutes für Werkstofftechnik und Sprecher des SFB. Die Vision des SFB 799 ist es, neuartige Verbundwerkstoffe aus TRIP/TWIP-Stählen und Zirkondioxid-Keramik zu erforschen und deren Eigenschaften gezielt auf die Erfordernisse verschiedener Beanspruchungen, wie zum Beispiel Druck- oder Zugbelastungen, anzupassen. Mögliche Einsatzgebiete der hochfesten und zugleich sehr gut verformbaren Werkstoffe finden sich in der Verkehrstechnik für Crash-Strukturen oder im Maschinenbau für verschleißbeanspruchte Komponenten.

Im SFB 799 „TRIP-Matrix-Composite“ arbeiten bereits seit neun Jahren Freiberger Wissenschaftler aus drei Fakultäten gemeinsam an der Entwicklung einer neuen Werkstofffamilie aus Stahl und Keramik. Erst im Mai 2016 wurde die dritte und damit auch letzte Förderperiode des Forschungsprojektes von der DFG bewilligt, das somit bis 2020 läuft. 

Weitere Informationen zum SFB 799 unter: http://tu-freiberg.de/forschung/sfb799

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Horst Biermann, Tel.: +49 3731 39-3564