Förderer des Elektronenstrahls wird Freiberger Ehrendoktor

Dietrich Freiherr von Dobeneck erhält am Montag, dem 26. April 2010, die Ehrendoktorwürde der TU Bergakademie Freiberg. Der Unternehmer und Förderer der TU Bergakademie Freiberg nimmt die Ehrung um 15 Uhr im Senatssaal, Akademiestraße 6, entgegen. Die Freiberger Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie würdigt mit der Auszeichnung das wissenschaftliche Lebenswerk des Physikers und seine nationalen und internationalen Verdienste auf dem Gebiet der Elektronenstrahl-Technologien (EB) sowie seine Förderung und Unterstützung von Wissenschaftlern und Studenten der TU Bergakademie Freiberg.

"Es ist Freiherrn von Dobeneck gelungen, die Begeisterung, die er für sein Fachgebiet ausstrahlt, insbesondere auch auf Wissenschaftler und Studenten der TU Bergakademie Freiberg zu übertragen", hebt Piotr Scheller, Dekan der Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie, hervor. "Die TU Bergakademie Freiberg engagiert sich seit mehr als 20 Jahren am Institut für Werkstofftechnik stark für den Elektronenstrahl. Inzwischen verfügt sie unter den Hochschulen und Universitäten Deutschlands mit zehn Mitarbeitern über die größte Forschungsgruppe auf dem Gebiet der Elektronenstrahl-Technologien", berichtet Prof. Scheller. Die Gruppe unter Leitung von Herrn Professor Rolf Zenker realisiert neben wissenschaftlicher Grundlagenforschung zusätzlich industriebezogene Entwicklungsarbeiten. "Damit", so der Dekan, "tragen diese Forscher ganz im Sinne des Freiherrn von Dobeneck zur weiteren industriellen Verbreitung der EB-Technologien bei."

Dank der großzügigen Anschubfinanzierung durch die Dobeneck-Technologie-Stiftung verfügt die Freiberger Universität seit Januar 2009 über die weltweit modernste Elektronenstrahl-Universalanlage für thermische Elektronenstrahl-Technologien. Mehrere Forschungsthemen auf diesem Gebiet - sowohl am Institut für Werkstofftechnik, aber auch am Gießerei-Institut und am Institut für Eisen- und Stahltechnologie - werden durch die Dobeneck-Technologie-Stiftung unterstützt. Zusätzlich ermöglichte sie jungen Wissenschaftlern die Teilnahme an kostenaufwändigen Tagungen im Ausland.

Dietrich Freiherr von Dobeneck wurde Ende der 1960er Jahre auf das Schweißen mit dem Elektronenstrahl im Weltraum aufmerksam. Diese Nachricht faszinierte ihn derart, dass der Elektronenstrahl zum wesentlichen Inhalt seines beruflichen Lebens wurde. Am 11. März 1938 in Hannover geboren, studierte er Physik bei Prof. Krempel am Lehrstuhl für Plasmaphysik der Technischen Universität München. 1969 nahm er eine Stelle bei der Steigerwald Strahltechnik GmbH an. Unter Leitung des erfolgreichen Physikers Dr. h. c. Karl-Heinz Steigerwald widmete er sich den Grundlagen der Elektronenstrahl-Technologien, deren technisch-technologischer Applikation sowie der Weiterentwicklung der Strahltechnik und zugleich den kommerzieller Umsetzung.

1974 wagte Dietrich Freiherr von Dobeneck den Schritt in die Selbständigkeit gründete mit einem Mitarbeiter die Firma pro-beam. Deren erfolgreiche kontinuierliche 35-jährige Entwicklung belegen heute rund 300 Beschäftigten an acht inländischen und zwei ausländischen Standorten. Zahlreiche Veröffentlichungen und Patente weisen Freiherrn von Dobeneck als international anerkannten Experten auf dem Fachgebiet aus.

In den letzten 15 Jahren seines aktiven Berufslebens widmete sich von Dobeneck intensiver der Zusammenarbeit mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Hochschulen und Universitäten. Sein Engagement für die Nachwuchsförderung spiegelt die Gründung der „Dobeneck-Technologie-Stiftung" wider. Über den Stiftungsgedanken trägt er dazu bei, Innovationen durch Technologie-Transfer für die Gesellschaft nutzbar zu machen. Als Förderer der TU Bergakademie Freiberg setzt er sich auch zukünftig für die Verbreitung der Elektronenstrahl-Technologien und -Technik ein. Dieses unermüdliche Engagement würdigt die die TU Bergakademie Freiberg mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde.

Foto: Lutz Weidler
v.l.: Rektor Prof. Dr. Bernd Meyer, Dr. h.c. Dietrich Frhr. v. Dobeneck, Prof. Dr. Piotr R. Scheller (Dekan der Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie)
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Martin Morgenstern