Elektrisches Lastenrad soll das Auto im Alltag ersetzen

TU-Mitarbeiterin auf einem Lastenfahrrad.
Mit einem elektrischen Lastenfahrrad sollen Einkäufe und die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel künftig bequem und umweltfreundlich erledigt werden.

Das Institut für Elektrotechnik der TU Bergakademie Freiberg forscht an einem Konzept für einen Leih-Service mit kompakten und alltagstauglichen Kleintransporträdern. Sie sollen künftig in Freiberg getestet werden.

Hintergrund sind die Emissionsbelastung und die kritische Parksituation in Innenstädten. Laut einer Studie des Bundesumweltministeriums können sich 79 Prozent der Autofahrer vorstellen, öfter auf das Auto zu verzichten, zwei Drittel davon würden stattdessen das Fahrrad nutzen. Da kommt die Idee der Freiberger Forscher für elektrische Transportfahrräder in der Universitätsstadt genau richtig.

Die ELEKTRON-Lastenfahrräder soll man mithilfe einer App mieten und dann an autonom funktionierenden Abstellboxen ausleihen und wieder abgeben können. Die gleichzeitige Integration in das Verkehrsnetz als Zubringer und Bindeglied zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln schafft neue, individuell zugeschnittene und effiziente Mobilitätsangebote. Das Transportrad bietet hier einen idealen Anknüpfungspunkt, denn es ermöglicht das Mitführen von größerem Gepäck. 

Erproben wollen die Wissenschaftler das Konzept in zwei Städten unterschiedlicher Größe – am liebsten auch in Freiberg selbst. „Jeder Interessierte soll die ELEKTRON-App downloaden und das Angebot nutzen können – Studenten sogar kostenfrei. Damit soll der Weg vom Bahnhof zum Campus etwa nach dem Wochenende mit schwerer Reisetasche erleichtert werden. Auch der Einkauf im Supermarkt, inklusive Getränkekasten, soll dann ohne Auto problemlos möglich sein“, erklärt die Projektverantwortliche Prof. Jana Kertzscher vom Institut für Elektrotechnik. An verschiedene Stationen beispielsweise am Bahnhof, am Supermarkt, auf dem Campus und in weiteren Wohngebieten sollen die ELEKTRON-Bikes aufgeladen und ausgeliehen werden können. 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die einjährige Konzeptionsphase bis Ende November 2018 mit 100.000 Euro. Daran soll sich eine dreijährige Testphase anschließen. 

Weitere Informationen: http://tu-freiberg.de/fakult4/et/institut

Ansprechpartner: 
Prof. Jana Kertzscher, Telefon 03731/39-2926, Matthias Saurbier, 03731/39-3269