Eine Million für innovative Elektronenstrahl-Technologien

Mit der Anlage werden die Wissenschaftler verschiedenste Materialien schweißen, löten oder strukturieren, aber auch härten, umschmelzen, legieren und beschichten, um deren Randschichteigenschaften in punkto Verschleiß- und Korrosionsschutz zu verbessern. Die Freiberger Forscher stellen sich anspruchsvollen Aufgaben und wollen mit der neuen Anlage innovative Lösungen z.B. für Motor- und Getriebekomponenten, Werkzeuge oder medizinische Implantate entwickeln.

"Der heutige Tag ist für uns die Krönung eines langen erfolgreichen Weges auf dem Gebiet der thermischen Elektronenstrahl-Technologien. Mit dieser universell nutzbaren Elektronenstrahl-Anlage verfügen wir jetzt am Institut für Werkstofftechnik über beste Voraussetzungen, Zukunftsthemen für unsere Industriepartner noch effizienter zu bearbeiten sowie eine intensive anwendungsorientierte Grundlagenforschung zu betreiben", stellt Rolf Zenker, Honorarprofessor für Strahltechnologien, fest, der das achtköpfige Team, dem vier Promovenden angehören, anleitet.

Die Elektronenstrahl-Anlage baute und installierte die Firma pro-beam systems GmbH aus Neukirchen bei Chemnitz nach den Vorgaben der Freiberger Forscher. An der Finanzierung beteiligten sich das Land Sachsen, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die private Technologiestiftung Freiherr von Dobeneck. Mitarbeiterin Dr.-Ing. Anja Buchwalder ist von der Elektronenstrahl-Technologie überzeugt: "Das Verfahren ist äußerst energieeffizient, flexibel und umweltfreundlich. Mit der neuen Anlage sind wir nun in der Lage, strahlführungstechnische Lösungen umzusetzen, für die bisher die technischen Möglichkeiten fehlten."

Die Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland ist ebenso wie eine enge interdisziplinäre Partnerschaft mit anderen Fakultäten und Instituten der Freiberger Universität eine Selbstverständlichkeit für das Forscherteam. Studenten der Studiengänge Werkstofftechnik, Fahrzeugbau: Werkstoffe und Komponenten sowie Wirtschaftsingenieurwesen erhalten im Rahmen ihrer Ausbildung ebenfalls Einblick in die hochmoderne Technik. Weitere Ausbildungsangebote werden zurzeit auch für andere Fachrichtungen erarbeitet.

Das eintägige Kolloquium steht unter dem Thema "Thermische Elektronenstrahl-Technologien". Rund 80 Wissenschaftler und Praxisvertreter aus ganz Deutschland und Gäste aus Ungarn nehmen daran teil.

Ansprechpartner: 
Dr.-Ing. Anja Buchwalder