Eine Energiewende, die Spaß machen soll

Beim ersten Freiberger Zukunftsgespräch der TU Bergakademie Freiberg verständigten sich Doktoranden und Experten aus Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft am 18. Januar in der Alten Mensa über die Herausforderungen der „Energie-Wende“. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, welche Rolle Nachwuchswissenschaftler bei der Lösung von drängenden Fragen im Rohstoff- und Energiebereich spielen könnten.
Die Graduierten- und Forschungsakademie (GraFA) der Bergakademie hatte die Veranstaltung gemeinsam mit Doktorandinnen des Deutschen EnergieRohstoff-Zentrums (DER) organisiert. Nach der Einführung im Plenum, zu dem Prof. Timo Leukefeld, Dagmar Dehmer-Omondi, Redakteurin des Berliner Tagesspiegels, Martin Reiner von der Sächsischen Energieagentur und Dr. Manfred Goedecke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, sowie Roh Pin Lee vom DER gehörten, diskutierten die Teilnehmer in Gruppen vielfältige Aspekte des Themas.

„Mit unserer Initiative wollen wir Nachwuchswissenschaftler ermutigen, sich über ihre Fachrichtung hinaus mit den Effekten und Konsequenzen von Forschung zu beschäftigen“, sagte Andrea Hanebuth, Forscherin am DER und Doktorandin am Lehrstuhl für Unternehmensführung, die die Einstiegsrunde moderierte.

„Unser Ziel war, Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, sich mit Akteuren aus den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen über Zukunftsfragen auszutauschen, um ihren Blick zu weiten und sie für die unterschiedlichen Dimensionen der Wissenschaft zu sensibilisieren. Umgekehrt war es ein Anliegen, die Vielfalt der Ideen der jungen Generation sichtbar zu machen“, sagt Dr. Kristina Wopat, amtierende Leiterin der GraFA.

Gäste wie Dr. Stefan Murza vom Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen, die Journalistin Dagmar Dehmer-Omondi oder ehemalige Professoren der TU Bergakademie Freiberg bereicherten die Diskussion.

Für das Thema Energie-Wende hatten sich die jungen Wissenschaftler wegen seiner hohen gesellschaftlichen Brisanz und seiner Bedeutung für die Freiberger Forschung entschieden. Die Teilnehmer tauschten sich unter anderem über Effizienz und Effektivität in Energiefragen und die Rolle von Wissenschaft, Ökonomie, Politik und Öffentlichkeit aus.

In der anschließenden Gesprächsrunde gab es unter anderem Szenenapplaus für die ebenfalls am DER forschende Doktorandin des Lehrstuhls für Unternehmensführung, Roh Pin Lee, die forderte, sich in der Debatte um die Energie-Wende wieder mehr den Menschen zuzuwenden. Manfred Goedecke von der IHK in Chemnitz bemerkte, dass an der Bergakademie neben den rein technischen Fragen nun auch ethische und moralische Fragen ins Blickfeld rückten.

„Klug handeln ohne asketisch leben zu müssen“ forderte der Honorarprofessor der Berufsakademie Sachsen, Timo Leukefeld, und warf die Frage auf, wie eine Energiewende gestaltet werden könne, „die Spaß macht mitzumachen“.

Im Schlusswort kündigte Dr. Kristina Wopat, die amtierende Leiterin der GraFA an, den Dialog fortsetzen zu wollen. „Unsere besondere Kompetenz ist, dass wir Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten zusammenführen und so komplexe Fragen wie die der Energiewende diskutieren können. Und das wollen wir ausbauen“, so Wopat. Die Freiberger Zukunftsgespräche sollen künftig halbjährlich stattfinden. Inhaltliche Vorschläge nimmt die GraFA per E-Mail unter: grafaattu-freiberg [dot] de entgegen.

Silke Gloaguen (von links), Robert Kessler, Dr. Kristina Wopat, Andrea Hanebuth, Prof. Timo Leukefeld und Roh Pin Lee diskutieren bei den Freiberger Zukunftsgesprächen über die Energie-Wende.

Foto: Eckardt Mildner
Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel