Ein neuer funkelnder Schatz schmückt Tresorraum der terra mineralia


Andreas Massanek, Kustos der Mineralogischen Sammlung, setzte am Montag beide neue Teile vorsichtig in die Vitrine. Die neue Stufe platzierte er so, dass ihr farbiges Funkeln von Indigoblau mit kleinen Spuren ins Grün bis Gelb an der Spitze und rosafarbenen Glimmerplättchen an der Basis den Besuchern sofort ins Auge fällt. Die bisher an dieser Stelle befindliche Silberlocke zog in eine andere Vitrine des Raumes um. Der Kustos entdeckte die attraktive Turmalinstufe vergangenen Oktober auf der Mineralienmesse in München und erwarb sie für die Stiftungssammlung der TU Bergakademie Freiberg. „Die Ästhetik ist einfach umwerfend“, beschreibt Andreas Massanek das trotz der Größe filigran wirkende Ausstellungsstück. Es stammt aus der Pederneira-Mine im Bundesstaat Minas Gerais in Brasilien. Das Alter der Vorkommen dort wird auf mindestens 900 Millionen Jahre geschätzt.

„Der Turmalin gilt als ‚Harlekin’ unter den Mineralen, da er in so ziemlich allen Farben und Nuancen auftreten kann“, berichtet der Kustos. "Blaue Turmaline, auch Indigolith genannt, sind sehr wertvoll. Dieser besonders hohe Einzelkristall besitzt von seinem Kopf bis zum zehn Zentimeter großen, blau schimmernden Fuß Edelsteinqualität“, ist sich Andreas Massanek sicher. Das lässt sich aber auch vom kleineren blaugrünen Pendant sagen, das immerhin 2,94 Karat besitzt. Rund 50 Arbeitsstunden benötigte Goldschmied Berger, um den geschliffenen Stein in der weißgoldenen Fassung wirken zu lassen. Ab dem 1. März können die Besucher der terra mineralia die zwei neuen Exponate täglich von 9 bis 18 Uhr im Schloss Freudenstein besichtigen.

Foto: Eckardt Mildner.
Kustos Andreas Massanek setzt die neue Turmalinstufe ins rechte Licht.