Ehrenkolloquium für Werkstoffforscher Heinz-Joachim Spies

Professor im "Unruhestand" - so wird der Werkstoffingenieur Heinz-Joachim Spies hochachtungsvoll von Mitarbeitern der TU Bergakademie Freiberg bezeichnet. Obwohl bereits 1999 in den Ruhestand verabschiedet, forscht der Professor bis zum heutigen Tag intensiv auf dem Gebiet der Werkstoffwissenschaft
Anlässlich des 75. Geburtstages von Heinz-Joachim Spies fand ein Ehrenkolloquium statt, auf dem Kollegen, Praxisvertreter und internationale Wissenschaftler mit Fachvorträgen und persönlichen Beiträgen die Leistungen des verdienten Hochschullehrers und Forschers ehrten. Zudem wurde zur Veranstaltung mitgeteilt, dass die Zeitschrift HTM der Arbeitsgemeinschaft Wärmebehandlung und Werkstofftechnik (AWT) dem Jubilar ein Sonderheft widmet, das demnächst erscheint. Eine sehr persönliche Festschrift mit zahlreichen Fotos und besonderen Begebenheiten überreichte der langjährige Kollege Prof. Gerhard Pusch. Auf 71 Seiten übermitteln darin ehemalige Mitstreiter aus der Forschungsgruppe Nitrieren und alle von Prof. Spies betreuten Doktoranden ihre Glückwünsche.

Heinz-Joachim Spieß wurde am 25. Juni 1934 in Frankfurt/Oder geboren. Er arbeitete nach dem Abitur als Hochöfner im Eisenhüttenkombinat Ost. 1958 schloss er sein Studium der Eisenhüttenkunde an der Bergakademie ab. Danach war er erfolgreich in der Praxis tätig, unter anderem im Edelstahlwerk Freital und in der Werkstoffforschung. Eine fruchtbare Zusammenarbeit verband ihn mit dem Forschungsinstitut Manfred von Ardenne. Spies´Beitrag zur Entwicklung der Sonderschmelzverfahren wurde 1968 mit dem Nationalpreis der DDR geehrt.

1974 wurde er zum Ordentlichen Professor für Werkstoffeinsatz an die Bergakademie berufen, wo er die Studienrichtung Werkstoffeinsatz/Werkstofftechnik aufbaute und in verschiedenen Funktionen der akademischen Selbstverwaltung Aufgaben übernahm. Bis 1999 betreute er erfolgreich die Diplomarbeiten von 272 Studenten und 64 Fernstudenten sowie 32 Promovenden. Bei drei Habilitationen war er Erstgutachter. 1990 war er Dekan des Fachbereichs Werkstoffwissenschaft. Nach der Emeritierung gründete er das Ingenieurbüro "Prof. Spies & Partner Werkstoff- und Randschichttechnik". Noch heute arbeitet er eng mit dem Institut für Werkstofftechnik der TU Bergakademie zusammen.

Foto: Dekan Prof. Horst Biermann, Direktor des Instituts für Werkstofftechnik, begrüßt Prof. Heinz-Joachim Spies zum Ehrenkolloquium.

Ansprechpartner: 
Dr.-Ing. Anja Buchwalder