Ehrenkolloquium für Altrektor Prof. Horst Gerhardt zum 75. Geburtstag


Als Wissenschaftler auf dem Gebiet Bergbau-Tiefbau international anerkannt, trug Horst Gerhardt als Rektor der Bergakademie von 1988 bis 1991 auch in den schwierigen Zeiten des gesellschaftlichen Wandels entscheidend dazu bei, dass die Bergakademie einen festen Platz in der deutschen Hochschul- und Forschungslandschaft einnehmen konnte. "Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass im März 1993 die Technische Universität Bergakademie Freiberg wiedergeboren werden konnte", lobte Prorektor Prof. Christoph Breitkreuz im Grußwort des Rektors sein Engagement. "Professor Gerhardt gilt als besonnener, diplomatischer und charismatischer Mensch, einer mit Weitblick und Fingerspitzengefühl".

Horst Gerhardt wurde am 24. Februar 1935 in Magdala/Thüringen geboren. Ab 1954 studierte er Bergbau-Tiefbau in Freiberg. Nach Praxisjahren in den Freiberger Bleierzgruben, im Erzbergbau Eisleben und im Mansfelder Kupferbergbau erfolgte Promotion und Habilitation in Freiberg und 1980 seine Berufung auf den Lehrstuhl für Bergbau-Tiefbau. Als langjähriger Rektor war für ihn die Lehre unverzichtbar. Ihm ist es zu verdanken, dass in den 1980er Jahren das geologische Praktikum für Bergbaustudenten eingeführt und die praxisorientierte Ausbildung in der "Reichen Zeche" integriert wurde. Als Hochschullehrer betreute er acht Habilitationen sowie nahezu 50 Promotionen. Rund 300 Studenten haben unter seiner Leitung ihr Diplom erworben.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrierten sich vor allem auf das bergbautechnologische Spektrum wie Gesteinsbohren und Sprengen im Erz- und Kalibergbau. Später orientierte sich Prof. Gerhardt auf die Nutzung von bergmännischen Hohlräumen im Untertagebereich für Deponien sowie auf die Sanierung und Verwahrung stillgelegter Bergbaubetriebe. Dank seiner Besonnenheit als Rektor konnte 1989/90 der Lehrbetrieb an der Bergakademie ohne Unterbrechung fortgeführt werden. In der Wendezeit fielen unter seiner Leitung für die Bergakademie wichtige Entscheidungen, etwa die Evaluierung durch den Wissenschaftsrat sowie die Gründung einer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Der "Verdiente Bergmann" Gerhardt und Ehrendoktor der TU Miskolc (1999) gehört seit 1997 als Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften an.