Ehrendoktorwürde für Professor Christian Homburg

Christian Waitschies
Im Rahmen eines Festaktes am Freitag, dem 4. Juli 2008, wurde Herrn Professor Dr.Dr.h.c. Christian Homburg, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing, an der Universität Mannheim die Ehrendoktorwürde der TU Bergakademie Freiberg verliehen. In seinem Festv
Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Homburg würdigt die Freiberger Universität dessen herausragende wissenschaftliche Leistungen, sein Engagement als Hochschullehrer und seine Verdienste um eine intensive Vernetzung von Forschung und Praxis.

Er gehört zu den weltweit führenden Marketingwissenschaftlern mit einem prägenden Einfluss auf Forschung und Lehre in dieser Disziplin. Die Entwicklung der Mannheim Business School zu einer der führenden Bildungseinrichtungen für betriebswirtschaftliche Studiengänge in Europa beruht zu einem großen Teil auf seinem Engagement und seiner Gestaltungskraft. Seine Reputation aufgrund seiner zahlreichen nationalen und internationalen Publikationen hat auch dazu beigetragen, der deutschsprachigen Forschung im Bereich der Betriebswirtschaftslehre international Gehör und Anerkennung zu verschaffen.

In seinem Festvortrag beleuchtete Prof. Homburg die Stellung betriebswirtschaftlicher Forschung in Deutschland im internationalen Vergleich. Ein wichtiges Thema war dabei die Praxisorientierung der Betriebswirtschaftslehre. Prof. Homburg verteidigt die universitäre Lehre gegenüber Kritikern aus der Wirtschaft, die der betriebswirtschaftlichen Ausbildung an deutschen Hochschulen Praxisferne vorwerfen. »Die Aufgabe betriebswirtschaftlicher Forschung liegt darin, generalisierbare Erkenntnisse zu schaffen. [...] Maßstab für das wissenschaftliche Arbeiten kann nicht die kurzfristige Anwendbarkeit in der Praxis sein.«
Somit muss betriebswirtschaftliche Forschung dann als praxisverbunden bezeichnet werden, wenn sie sich strategisch und langfristig an konkreten Problemen ausrichtet.

Zum Thema "Spitzenforschung" weist Prof. Homburg darauf hin, dass eine Selektion nicht allein durch die Positionierung in internationalen Fachzeitschriften geschehen dürfe, wie es derzeit verstärkt der Fall ist. Er plädiert hingegen für einen breiter angelegten Dialog innerhalb der Fachwelt, in welchen beispielsweise auch Buchpublikationen einbezogen werden sollten. Durch das einseitige Abzielen auf Publikationen in renommierten internationalen Fachzeitschriften würde hingegen die Spezialisierung auf ein praxisfernes Maß getrieben.

Erheblicher Verbesserungsbedarf im Bereich der betriebswirtschaftlichen Forschung und Ausbildung in Deutschland besteht für Prof. Homburg in zwei Punkten: Erstens sieht er die Höhe der Vergütung hierzulande als international "nicht konkurrenzfähig" an. Zweitens spielen deutschsprachige betriebswirtschaftliche Fachzeitschriften im internationalen Vergleich nur eine untergeordnete Rolle.

Die Personen auf dem Bild sind: Prof. Bruno Schönfelder, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Prof. Margit Enke, Lehrstuhl für Marketing und Internationalen Handel, Prof. Christian Homburg, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing, an der Universität Mannheim, und Prof. Michael Schlömann, amtierender Rektor der TU Bergakademie Freiberg.

Foto: Christian Waitschies, getmorephoto.com
Ansprechpartner: 
Dr. Anja Geigenmüller