Indium

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Metall für die Hochtechnologie

Das Element Indium (In) wurde erstmals 1863 von Ferdinand Reich und Theodor Richter an der Bergakademie Freiberg aus Zinkerzen der polymetallischen Ag-Pb-Zn-Erzgänge im Distrikt Freiberg chemisch dargestellt und nach seiner charakteristischen indigoblauen Spektrallinie benannt. Indium ist neben dem ebenfalls in Freiberg entdeckten Germanium und Elementen, wie z.B. Lithium, Gallium, Tellur, Selen und Scandium, eines der sogenannten "elektronischen Metalle" oder "High-Tech-Metalle. Der Gehalt an Indium in der Erdkruste wird auf ca. 0,05 ppm für die kontinentale Kruste geschätzt. Damit liegt Indium an 68. Stelle, direkt hinter Silber. Indium gilt als eines der seltensten Rohstoffe der Erde.

Infografiken Indium (Download)

Infografik Anwendungsgebiete, Lagerstätten etc.Infografik: Anwendungsgebiete, Lagerstätten, Preisentwicklung, Produktion, Bedarf
Die Infografik zeigt übersichtlich Anwendungsgebiete, Lagerstätten, Preisentwicklung, Produktion, Bedarf des Seltenen Metalls Indium. Grafik: TU Bergakademie Freiberg


Infografik AnwendungsgebieteInfografik: Anwendungsgebiete
Die Infografik zeigt die Anwendungsgebiete des Seltenen Metalls Indium. Grafik: TU Bergakademie Freiberg


Infografik LagerstättenInfografik: Lagerstätten
Die Infografik zeigt die Lagerstätten des Seltenen Metalls Indium. Grafik: TU Bergakademie Freiberg 


Infografik PreisentwicklungInfografik: Preisentwicklung
Die Infografik zeigt die Preisentwicklung des Seltenen Metalls Indium. Grafik: TU Bergakademie Freiberg


Infografik Produktion

Infografik: Produktion
Die Infografik zeigt die Produktionsländer des Seltenen Metalls Indium. Grafik: TU Bergakademie Freiberg


Infografik BedarfInfografik: Bedarf
Die Infografik zeigt den Bedarf des Seltenen Metalls Indium. Grafik: TU Bergakademie Freiberg 


Indium und Germanium - Bilder der Entdecker (Download)

Indium Entdecker: Ferdinand Reich

Ferdinand ReichFerdinand Reich (19. Februar 1799 – 27. April 1882) studierte in Leipzig, Freiberg, Göttingen und Paris. 1824–1866 war er Akademieinspektor und Bibliothekar, ab 1827 erster Physikprofessor der Bergakademie bis 1860, wo er zusätzlich Vorlesungen zu Versteinerungslehre und theoretischer Chemie hielt. Als Mitbegründer der Geophysik experimentierte er gemeinsam mit Alexander von Humboldt. Die 1831 im Dreibrüderschacht ausgeführten Fallversuche zum Nachweis der Erdrotation waren auch Anlass, das Freiberger Lachter als montanistisches Längenmaß auf zwei Meter festzulegen, womit das metrische System deutlich früher als in Gesamt-Deutschland eingeführt wurde. Ab 1856 war er Leiter des Hüttenlaboratoriums und nebenamtlich Assessor und ab 1860 außerordentlicher Beisitzer im Oberhüttenamt. Bei der spektralanalytischen Untersuchung der schwarzen Freiberger Zinkblende im Jahr 1863 entdeckte und charakterisierte er das Indium und seine Verbindungen, dessen Name von der indigoblauen Spektrallinie herrührt. Ab 1866 war er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Sein Wohnhaus befand sich in der Waisenhausgasse 20.


Indium Entdecker: Theodor Richter

Theodor RichterHieronymus Theodor Richter (21. November 1824 – 25. September 1898) war zuerst Apothekerlehrling, studierte dann 1843–47 an der Bergakademie Freiberg, wonach er bei den Freiberger Hütten tätig war, ab 1853 als Hüttenchemiker. Als solcher hielt er ab 1856 Vorlesungen über Lötrohrprobierkunst an der Bergakademie, ab 1863 im Rang eines Professors. 1863 trug er zur Entdeckung des Indiums bei. Nebenamtlich war er 1866–73 Vorstand des Hüttenlaboratoriums. 1875 – 96 war er Direktor der Technischen Universität Bergakademie Freiberg als Vorgänger Winklers.


Germanium Entdecker: Clemens Winkler

Clemens WinklerClemens Alexander Winkler (26. Dezember 1838 – 8. Oktober 1904). Seine Vorfahren wirkten über Generationen im sächsischen Hütten- und Blaufarbenwesen (Kobaltblau, Ultramarinblau). Erste Berufspraxis sammelte er in den Blaufarbenwerken Oberschlema und Niederpfannenstiel bei Aue, danach studierte er von 1857 bis 1859 an der Bergakademie Freiberg (Analytische Chemie). Bis 1873 war er als Akzessist (Oberschlema) und Hüttenmeister (Niederpfannenstiel) tätig. Während dieser Zeit promovierte Winkler 1864 an der Universität Leipzig mit einer Dissertation "Über die Verbindungen des Siliziums". In der Reformphase unter Gustav Anton Zeuner wurde er zum 1. September 1873 als Professor für Anorganische Chemie an die Bergakademie berufen. Er entwickelte Verfahren zur Produktion rauchender Schwefelsäure (Oleum) aus Abgasen 1875–80. Weitere Arbeiten umfassten die Analytik von in der chemischen Industrie seiner Zeit gebräuchlichen Gasen, aber auch die Ursachen von Schlagwetterexplosionen im Steinkohlenbergbau. Von 1896 bis 1899 war er letzter Direktor der Bergakademie vor Einführung des Wahlrektorates. Seine Wirkungsstätte in Freiberg ist in der Brennhausgasse 5 zu finden, sein Geburtshaus in der Kirchgasse 8.


Germanium Entdecker zusammen mit Erfinder des Periodensystems der chemischen Elemente: Clemens Winkler und Dmitri Mendelejew

Clemens Winkler und Dmitri MendelejewEs war ein Höhepunkt in den russisch-sächsischen wissenschaftlichen Beziehungen: Die Begegnung des Freiberger Prof. für Chemie, Clemens Alexander Winkler, mit dem großen russischen Gelehrten D. I. Mendelejew. Mendelejew, der die Gesetzmäßigkeit der Periodizität der Eigenschaften chemischer Elemente begründet und Atomgewicht, Dichte und Atomvolumen eines bestimmten unbekannten chemischen Elements vorhergesagt hatte, fand seine Vorhersage durch die Entdeckung eben dieses Elements – Eka-Silizium, das Winkler "Germanium" nennt – durch Winkler bestätigt. Beide Wissenschaftler trafen sich 1894 in Freiberg.


Pressefotos: 150 Jahre Indium

Bronzeplatte EnthüllungEnthüllten gemeinsam die Bronzeplatte (vlnr): Architekt Volker Benedix, Ex-Rektor Prof. Dietrich Stoyan, Prorektor für Strukturentwicklung Prof. Dirk C. Meyer, Baubürgermeister Holger Reuter. Fotograf: Eckardt Mildner


Bronzeplatte DraufsichtDie Bronzeplatte zeigt zur Hälfte die Atomstruktur der Elemente Indium (rechts) und Germanium (links). Fotograf: Eckardt Mildner


Bronzeplatte ErklärungDr. Hartmut Stöcker, Mitarbeiter in der Experimentellen Physik, erklärt den Gästen das Prinzip der Atomstrukturen. Fotograf: Eckardt Mildner