DFG zündet in Freiberg Schwerpunktprogramm

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet an der TU Bergakademie ein Schwerpunktprogramm (SPP) "Feuerfest - Initiative zur Reduzierung von Emissionen" (FIRE) ein. Dies beschloss der Senat der DFG einstimmig auf seiner Sitzung am 24. April. Das Projekt, das Prof. Christos G. Aneziris vom Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik koordiniert, wird für sechs Jahren mit jährlich 1,8 Millionen Euro finanziert.
Ziel von FIRE ist es, neue umweltschonende Feuerfestwerkstoffe zu entwickeln. Sie werden bei allen Hochtemperaturprozessen über 1000 Grad Celsius gebraucht, etwa bei der Stahlerzeugung oder in Gasturbinen. „Derzeit kommen in der Industrie dabei vor allem kohlenstoffhaltige feuerfeste Werkstoffe zum Einsatz“, erklärt Prof. Aneziris. „Mit unserem DFG-Programm möchten wir neue, schadstoffarme Werkstoffe entwickeln. Sie könnten eine enorme Verringerung von Treibhausgasen bewirken." Darüber hinaus können metallurgische Prozesse durch eine kohlenstofffreie „Clean-Steel-Technologie“ revolutioniert werden. Durch sie lässt sich vermeiden, dass der Stahl den bisher im Feuerfestwerkstoff enthaltenen Kohlenstoff aufnimmt und dadurch verunreinigt wird. Zudem erzielen kohlenstofffreie Feuerfestwerkstoffe durch eine verbesserte Wärmedämmung erhebliche Energieeinsparungen.

In dem Programm, das am 1. Januar 2009 startet, werden Chemiker, Physiker, Verfahrens- und Regelungstechniker, Bruchmechaniker, Materialwissenschaftler, Mineralogen und Informatiker zusammenarbeiten. Durch Einbindung von Wissenschafler aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und den USA wird eine internationale Vernetzung aufgebaut.

Bereits von 1998 bis 2004 wurde mit dem SPP „Handhabung hochdisperser Pulver“ durch Prof. Eberhard Müller (Fakultät 5, Institut für Keramische Werkstoffe) ein derartiges Großprojekt an der TU Bergakademie Freiberg koordiniert. Außerdem ist derzeit ein DFG-Schwerpunktprogramm auf dem Gebiet der Umformtechnik (Koordinator: Professor Rudolf Kawalla) an der Bergakademie angesiedelt.

Ansprechpartner: 
Prof. Christos G. Aneziris