„Das große Sphären-Miteinander“ Plenarvortrag und Jahrestagung Geoökologie

© Detlev Müller
Mit seinem Vortrag zu den Geo-Bio-Atmo-Wechselwirkungen eröffnete Prof. Dr. Torsten Sachs vom Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam die Fachtagung „Geoökologie: Dialog von Forschung und Praxis“ des Verbandes für Geoökologie Deutschlands und der TU Bergakademie Freiberg vom 18. bis 20. November.

Auf der bislang teilnehmerstärksten Tagung in der© Detlev Müller Geschichte des Verbandes für Geoökologie (VGöD) standen neben zahlreichen Vorträgen zu Themen wie Extremwetterereignissen oder Tiefengeothermie auch Postervorträge und Exkursionen auf dem Programm.

Zur Eröffnung der dreitägigen Veranstaltung gab Prof. Torsten Sachs in seinem Festvortrag Einblicke in die sehr intensiven klimatischen Veränderungen im hohen Norden und deren globale Auswirkungen. Während die antarktische Landmasse um den Südpol herum von Kontinentaleis geprägt ist, bedeckt hoch dynamisches Die Übergabe eines Geschenke vom VGöD Vorstandsmitglied Dr. Stefan Reuschel an Torsten Sachs © Prof. Jörg MatschullatMeereis zeitweise große Teile des Nordpolarmeeres. Von dessen Küsten bis ins Inland ist das Land von einem Dauerfrostpanzer bedeckt. Mit der Erwärmung von Atmosphäre und Böden taut dieser Permafrost zunehmend auf. Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan können dabei freigesetzt werden – und die globale Erwärmung verstärken. Mit ihren Erkenntnissen wollen Torsten Sachs und seine Forschungsgruppe dabei helfen, die Prozesse im hohen Norden besser verstehen und einordnen zu können.

„Geoökologen, die sowohl mit der tieferen Geosphäre als auch mit Boden, Wasser, der Lebewelt auf und im Boden sowie mit Prozessen in der Atmosphäre vertraut sind, sind als Spezialisten für Zusammenhänge genau an der Schnittstelle der Erdsystemwissenschaften, die wir für die großen Herausforderungen der Zukunft brauchen“, erklärte Prof. Jörg Matschullat, Direktor des Interdisziplinären Ökologischen Zentrums (IÖZ) der TU Bergakademie Freiberg. Am IÖZ bündelt die Universität ihre Umweltkompetenz auf den Gebieten Ökologie, Geoökologie und Umweltgeochemie, Umweltmikrobiologie, Umwelt- und Ressourcenmanagement sowie Industriearchäologie.

Bereits seit 20 Jahren richten die Studenten des Faches Geökologie ihren Blick auf das ganze System Erde, um zu verstehen, welche Prozesse und Wechselwirkungen den Planeten so sein lassen wie er ist. Das Jubiläum feierten die Teilnehmer am Abend des 18. November mit einem großen Alumni-Treffen. Rund 70 Geoökologen aller Jahrgänge, sowohl Ehemalige als auch aktuelle Studierende, trafen sich im Abgang der Alten Mensa. „Auch für mich war es ein großartiges Geschenk, soviel Ehemalige treffen und wiedersehen zu dürfen“, freute sich Prof. Matschullat.

Am Samstag (20. November) erwartete die Gäste ein volles Tagungsprogramm mit zahlreichen Vorträgen. Mit einer abschließenden Podiumsdiskussion zum Thema Quo vadis Geoökologie? beging die VGöD ihre Jahreshauptversammlung zum 30-jährigen Bestehen.

Mit verschiedenen Exkursionen, unter anderem in die terra mineralia, die Alte Elisabeth und das Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ sowie thematischen Rundfahrten zur Industriekonversion in Freiberg und zur UNESCO-Weltkulturerbelandschaft Erzgebirge endete die Jahrestagung Geoökologie in Freiberg.

„Der VGöD und die Bergakademie Freiberg haben an einem kleinen, aber feinen Standort eine schöne Tagung auf die Beine gestellt, die mir im Gedächtnis bleiben wird“, so die Stimme eines Teilnehmers aus Karlsruhe.

Ansprechpartner: 
Prof. Jörg Matschullat