Dank neuer Software geben komplizierte Proben ihre Geheimnisse preis

„Wir wollen die Kursteilnehmer befähigen, dass sie mit Hilfe einer neuen Softwarevariante bessere Analyseergebnisse an komplizierten Proben von Mineralgemischen erzielen können“, so der Leiter des Workshops, Dr. Reinhard Kleeberg. “Damit sind sie in der Lage, Rohstoffbewertungen, Werkstoffentwicklungen oder auch Schadensanalysen qualitativ höher vorzunehmen.“

Im Mittelpunkt der Fortbildung stand die Bestimmung der quantitativen mineralogischen Zusammensetzung von Gesteinen oder Industrieprodukten mit dem Rietveld-Verfahren zur Kristallstrukturanalyse. Dabei orientierte der Kurs in Freiberg erstmals stark auf das Programm BGMN. Es wurde von seinem Autor, Dr. Jörg Bergmann, mit neuen mathematischen Funktionen ausgestattet, die vor allem die korrekte und schnellere Modellierung der Strukturen von Tonmineralen ermöglichen. „Wir sind dann detailliert auf die Einzelheiten der neuen Strukturmodelle und deren Anwendungen an Beispielen eingegangen“. Die Teilnehmer konnten die Beispiele auf den eigenen Computern nachvollziehen und den Umgang mit der Software üben. Einige hatten eigene Messungen mitgebracht und erhielten Hilfe bei deren Auswertung.

Die Freiberger Mineralogen wurden schon lange von einigen Fachkollegen um diese Veranstaltung gebeten. Nachdem man den Workshop auf der Internetseite des Programms und in Mail-Listen der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft, der Deutschen Ton- und Tonmineralgruppe und der International Union of Crystallography angekündigt hatte, waren die Plätze innerhalb von 10 Tagen ausgebucht.

Ähnliche Workshops hat Dr. Reinhard Kleeberg bereits auf verschiedensten Kolloquien und vor lokalen Forschergruppen gehalten, unter anderem in der Schweiz, Kanada, den USA, Brasilien, Indien und Südafrika. Seine Fortbildungskurse genießen sowohl international als auch in Deutschland Anerkennung und großes fachliches Interesse.

Das bestätigt Rudolf Naumann wissenschaftlicher Mitarbeiter im Röntgendiffraktometrie- und Röntgenfluoreszenz-Labor des Deutschen Geoforschungszentrums Potsdam: „Wir nutzen bei unserer Arbeit die BGMN-Software schon einige Jahre. In meinen Augen ist es das beste Programm für die Phasenanalyse von geologischen Probenmaterialien. Vorteile sehe ich vor allem bei der Bestimmung des quantitativen Phasenbestandes von Tonmineralien. Ich bin sehr zufrieden mit dem Workshop in Freiberg. In den zwei Tagen konnten wird die aktuelle Fassung der Software anhand von Beispielen gut kennen lernen. Das Programm wende ich im Labor natürlich gleich an und hoffe, dass ich nun endlich bei einigen Proben komplizierte Phasen quantitativ nachweisen kann.“