Braunkohle aus dem Feuer holen – Für eine CO2-neutrale Nutzung heimischer Ressourcen

Guido van den Berg
Guido van den Berg, Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen, bespricht in seinem Vortrag „Braunkohle aus dem Feuer holen“ nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten der Braunkohle, unter anderem für die Energiebranche. Rektor Prof. Klaus-Dieter Barbknecht verleiht ihm heute (01.02.) den Ehrenbergkittel.

Damit wird Guido van den Berg für sein Engagement für eine technologieoffene Diskussion der Energiewende und die politische und gesellschaftliche Akzeptanz der stofflichen Nutzung heimischer Ressourcen als Baustein der Energiewende geehrt. 

„Gerade unter den Bedingungen des Klimaschutzes kann eine der wichtigsten deutschen Ressourcen neue Bedeutung gewinnen. Die Kopplung der Wirtschaftssektoren von Energie, Chemie und Recycling öffnet nicht nur neue Chancen für eine gelungene Energiewende; ein vernetzter Einsatz von Braunkohle in den Bereichen Energie, Recycling und Synthese kann langfristig auch die Schließung von Stoffkreisläufen ermöglichen,“ erklärt Altrektor Prof. Bernd Meyer, der mit seiner Forschung die CO2-emissionsfreie, stoffliche Nutzung von Braunkohle in den Vordergrund rückt. 

Jedoch denkt van den Berg, dass „Dekarbonisierung“ hierfür der falsche politische Begriff sei, da dieser den Kohlenstoff simpel verteufelt, obschon er zentrales Element des Lebens ist. Es bedarf daher auch einer neuen politischen Kommunikation: Ziel muss das Entstehen von abgewogenen nachhaltigen Lösungen sein. Konzepte der Nachhaltigkeit, eine langfristige CO2-Neutralität und das Leitbild der Kreislaufwirtschaft müssen zu tragenden politischen Zielgrößen werden. Es bleibt viel zu tun für Wissenschaft, Industrie und Politik. 

Guido van den Berg ist Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Der 41-jährige Diplom-Sozialwissenschaftler war Mitglied in der Enquete-Kommission zur Zukunft der chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen. Hier entstand ein parteiübergreifendes Votum für eine Nutzung der Braunkohle als Chemierohstoff. Eine in Nordrhein-Westfalen angestrebte Stiftungsprofessur der Ruhruniversität Bochum gemeinsam mit der Fraunhofer Gesellschaft, der RWE Generation SE sowie dem Land Nordrhein-Westfalen soll neue Wege der Zusammenarbeit mit der TU Bergakademie Freiberg bieten und die Forschungsexpertise auf nationaler Ebene und für internationale Kooperationen stärken. Im Rahmen des 21. Krüger-Kolloquiums wird Guido van den Berg der Ehrenbergkittel verliehen.  

Das Krüger-Kolloquium ist eine Veranstaltungsreihe der Graduierten- und Forschungsakademie der TU Bergakademie Freiberg. Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik beziehen zu aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Fragen Stellung. Die Krüger-Kolloquien werden durch die Dr.-Erich-Krüger-Stiftung gefördert. 

Veranstaltung: 1. Februar 2017, 18:00 Uhr in der Alten Mensa (Petersstraße 5, 09599 Freiberg)

Livestream (ab 18 Uhr): http://blogs.hrz.tu-freiberg.de/elearning/21kk/

Rektor Prof. Klaus-Dieter Barbknecht beim Grußwort zum 21. Krüger-Kolloquium
Guido van den Berg bekommt den Ehrenbergkittel verliehen – 21. Krüger-Kolloquium
Guido van den Berg bekommt den Ehrenbergkittel verliehen – 21. Krüger-Kolloquium
Guido van den Berg spricht zum Thema "Braunkohle aus dem Feuer holen"
Guido van den Berg spricht zum Thema "Braunkohle aus dem Feuer holen"
Guido van den Berg spricht zum Thema "Braunkohle aus dem Feuer holen"
Ansprechpartner: 
Dr. Corina Dunger, Graduierten- und Forschungsakademie, Tel. -3537