Bozenerin erforscht an der Bergakademie Abdrücke von Urzeit-Ginkgoblättern

Gesteinsabdrücke von über 257 Millionen Jahre alten Ginkgoblättern hat die Südtirolerin Kathleen Bauer in den Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg untersucht. Eine Woche lang war die Diplom-Geologin aus Bozen im Januar in Freiberg zu Gast, um in der „Zentralen Lithotek“, dem
Kathleen Bauer, die am Naturmuseum Südtirol arbeitet und forscht, interessiert sich unter anderem für die Ginkgophyten, urzeitliche Verwandte der Ginkgobäume, die Abdrücke auf Gestein hinterlassen haben. „In dem Projekt untersuchen wir, was auf dem Festland zur Zeit des Massenaussterbens an der Perm-Trias-Grenze vor 251 Millionen Jahren geschah und ob an Land genauso viele Arten ausgestorben sind wie im marinen Bereich“, erzählt Bauer. Die Diplom-Geologin beschäftigt sich mit den Ginkgophyten des Bletterbachs, einer Schlucht in Südtirol, die vor 15.000 Jahren in der Eiszeit entstanden und für ihre Fossilienfunde bekannt ist.

Von der Freiberger Sammlung ist die Forscherin aus Südtirol begeistert: „Hier habe ich fast komplette Abdrücke von rund 257 Millionen Jahre alten Ginkgo-Blättern gefunden, das ist sehr selten“, erzählt sie. 400 Exponate, darunter 40 Ginkgo-Abdrücke, hat Kathleen Bauer in Freiberg untersucht, unter anderem auf Kupferschiefer aus dem Mansfelder Land und auf Permgestein aus dem Ural.

Profitiert hat sie dabei von der akribischen Arbeit von Generationen von Freiberger Archivaren. „Teilweise sind die historischen Proben und ihre Beschriftungen über 100 Jahre alt“, erzählt Birgit Gaitzsch von den Geowissenschaftlichen Sammlungen der Bergakademie, die die Gastwissenschaftlerin bei ihren Recherchen unterstützte.

„Mit Hilfe des Materials aus Freiberg erhoffe ich mir, die Pflanzenabdrücke aus Italien besser bestimmen zu können und Vergleiche zwischen der Bletterbach-Flora und den Funden in Deutschland anzustellen“, erzählt Kathleen Bauer. Die aktuelle Systematik der Ginkgophyten stamme von 1936, „diese zu überarbeiten, das ist mein Ziel“, so die Forscherin.Dafür hat sie Kupferschiefer-Sammlungen in Halle, Berlin und Freiberg angeschaut, nach Ginkgophyten durchsucht, diese fotografiert und vermessen. „Nach Freiberg komme ich auf jeden Fall mit Kollegen wieder“, sagt Kathleen Bauer.

Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel