Bewerbung um Ressourceninstitut für Freiberg

Sachsen will die Forschung über strategische Rohstoffe für ganz Deutschland federführend an sich ziehen. Dazu hat die Landesregierung am 10. August 2010 beschlossen, sich an einem Bieterverfahren beim Bundesforschungsministerium zu beteiligen. Das geplante "Ressourcentechnologie-Institut" soll an d
Nach Stimmen aus dem Berliner Politikbetrieb habe Sachsen gute Karten mit seinem Konzept, sagte Michael Kretschmer, forschungspolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion.

Die neuartige Schlüsseleinrichtung ist notwendig, um Deutschland langfristig den Zugang zu strategischen Metallen und Mineralien in der Welt zu ebnen. Dabei geht es darum, den Wert solcher Stoffe für die Wirtschaft zu erforschen und Technologien für ihre Erkundung, Gewinnung sowie ihren Einsatz zu entwickeln. Mit diesem Knowhow soll später ein fairer Handel getrieben werden: Wissen gegen Rohstoffe.

Entwickelt haben dieses Konzept die TU Bergakademie Freiberg und das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD), durchgeboxt hat es Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos). Mit der Zustimmung des sächsischen Kabinetts ist der Freistaat bereit, die nächsten fünf Jahre jeweils 550.000 Euro in den Aufbau und Betrieb des neuen Instituts zu stecken, wozu der Bund im Falle eines Zuschlags stets 5 Millionen Euro obenauf legen würde. Die Stadt Freiberg ist bereit, der Einrichtung eine große Immobilie zu überlassen. Weitere Millionen brauchen Umbau und Ausstattung. Mit im Bieterrennen um diese Forschungsstätte ist Cottbus.

"Für eine Industrie- und Hochtechnologienation wie Deutschland sind Rohstoffe überlebenswichtig, um im globalen Wettbewerb auch in Zukunft bestehen zu können", kommentierte Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) den Kabinettsbeschluss gegenüber der "Freien Presse". Freiberg habe die älteste Montanuniversität Deutschlands, es gebe daher als Standort für das Ressourcenzentrum keinen geeigneteren Ort. Jedoch benötige Sachsen auch Signale zum Engagement aus der Wirtschaft. Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) wurde deutlicher: Er erwarte von Freiberg und der regionalen Wirtschaft "eine finanzielle Beteiligung".

Für Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie, war zunächst dieses Ja aus Dresden wichtig. Angesichts weltweiter Tendenzen, die Verfügbarkeit von Bodenschätzen politisch auszunutzen, müsse der Zugang zu Rohstoffen über einen Wissenstransfer gewährleistet werden. Als Beispiel nannte er Lithium. Das graue Metall gilt derzeit als Schlüsselmaterial für leistungsfähige Batterien für Elektro-Fahrzeuge. Aber auch Platin und Silber würden knapp, ohne die die Mikroelektronik nicht mehr auskommt.

Das Rektorat der Freiberger Universität dankt allen beteiligten Hochschullehrern und wissenschaftlichen Mitarbeitern der Bergakademie und des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf, den Mitarbeitern des Medienzentrums sowie den zahlreichen Unterstützern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.
Die Anträge sind derzeit zur Begutachtung auf dem Weg zum Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ansprechpartner: 
Prof. Bernd Meyer, Rektor