Bergakademie-Mitarbeiter untersuchen fürs Fernsehen Winterdiesel

Besondere Medienaufmerksamkeit gab es für die Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg dieser Tage in Sachen Treibstoff: Als die Minusgrade zu immer mehr liegengebliebenen Dieselfahrzeugen geführt hatten, meldete sich der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR): „Wir wollen bei ihnen gern ein paar Dieselproben auf ihre Qualität untersuchen lassen“, sagte MDR-Redakteur Mario Unger, als er mit vier Kanistern im Gepäck das Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) auf der Reiche Zeche besuchte.
Im Labor prüften die Wissenschaftler um den Reaktionstechnik-Professor Sven Kureti dann, ob die vier Testdieselsorten den Anforderungen an Winterdiesel genügen. „Damit der Diesel bis zu Minus 20 Grad ordnungsgemäß funktioniert, darf er im Dosiersystem, insbesondere im Kraftstofffilter, nicht auskristallisieren“, sagt Prof. Kureti. Der Kraftstofffilter dient im Dieselmotor dazu, den Kraftstoff von Festpartikeln zu befreien. Bei Minusgraden wird der Kraftstoff zähflüssiger und flockt schließlich aus. Im Labor testete Mitarbeiterin Petra Kuchling unter anderem, ob der Diesel in einem Prüffilter tatsächlich bis Minus 20 Grad filtrierbar ist.

Als am Donnerstag vergangener Woche MDR-Mitarbeiter Unger wieder ins IEC kam, stand das Ergebnis fest: „Drei der vier von uns untersuchten Dieselsorten genügten eindeutig den Anforderungen. Wenn der Wagen trotzdem liegen bleibt, kann das auch am Wasser liegen, das im Dieselkraftstoff enthalten ist und bei niedrigen Temperaturen ausfrieren kann“, erklärt Prof. Kureti, der am IEC unter anderem zu Themen wie der Abgasreinigung, der Kraftstofferzeugung und der Entwicklung neuer Katalysatormaterialien forscht. Er schränkt ein: „Wir sind kein zertifiziertes Prüflabor, deshalb sind wir mit der Angabe unserer Testergebnisse vorsichtig, doch unsere Analysemethoden zeigen klar, dass es nennenswerte Unterschiede in den Dieselqualitäten gibt.“

Sollten die niedrigen Temperaturen anhalten, hat er für Dieselfahrzeug-Besitzer nur diesen Tipp parat: „Bleibt es so kalt, ist sicherlich das Tanken des so genannten Premium-Diesels zu empfehlen. Unsere Analyseergebnisse haben bestätigt, dass diese Sorte selbst deutlich unterhalb Minus 20 Grad fließfähig ist.“

Als der MDR den Beitrag in der letzten Woche sendete, meldeten sich mehrere andere Medien, um über den Diesel-Test der Bergakademie zu berichten.

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Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel