Ausstellung zur Erfindung des Porzellans

Eine Sonderausstellung zum Thema "Freiberg und die Erfindung des europäischen Porzellans" öffnet am 28. August 2010 im Präsentationsfoyer des Bergarchivs im Schloss Freudenstein. In der Schau wird der Beitrag des Freiberger Montanreviers an der Erfindung des europäischen Porzellans und am Aufbau der
Gezeigt werden unter anderem Vitrinen mit Böttger-Steinzeug und edlem Meissner Porzellan aus dem 18. Und 19.jahrhundert sowie dafür nötige Rohstoffe wie Ton, Kaolin und Flussmittel. Zwölf Schautafeln erläutern die Entwicklung des ersten europäischen Hartporzellans in Sachsen.

Zu den Protagonisten der gemeinsamen Ausstellung der TU Bergakademie, des Vereins der Freunde und Förderer der TU Bergakademie sowie des Bergarchivs Freiberg gehört Dr. Bernd Ullrich vom Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik. Der Porzellan-Experte fand seinen besonders intensiven Zugang zum Meissner Porzellan vor rund 20 Jahren durch seine Forschungsarbeit. Anfang der 1980er Jahre erhielt er von der Porzellanmanufaktur Meissen den Auftrag, die Echtheit des Porzellans zu ermitteln und Fälschungen aufzudecken. Dafür analysierte er rund 600 historische Porzellangegenstände.

Die engen Verbindungen zwischen Freiberg und der Manufaktur Meissen existieren seit der Frühzeit der Porzellangeschichte vor über 300 Jahren durchgängig bis zur Gegenwart. Bereits der Porzellanerfinder Johann Friedrich Böttger versammelte innerhalb des "Königlichen Contuberniums", der ältesten sächsischen Forschungsgemeinschaft, 15 Freiberger Berg- und Hüttenleute sowie fachlich führende Bergbeamte des Oberbergamts. In den nachfolgenden drei Jahrhunderten waren es immer wieder bedeutende Freiberger Bergbeamte und Absolventen der Bergakademie, die auf die Entwicklung der Porzellanmanufaktur Meissen entscheidenden Einfluss nahmen.

Am Sonnabend um 10 Uhr wird die Ausstellung mit zwei Vorträgen eröffnet. Dr. Herbert Pforr vom Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie spricht über "Freibergs Beiträge zur europäischen Porzellanerfindung und zum Aufbau der Porzellanmanufaktur Meissen" und Dr. Bernd Ullrich stellt Beiträge der "Freiberger Berg- und Hüttenleute sowie Montanwissenschaftler der Bergakademie bei der Erfindung und Vervollkommnung des Meissener Porzellans" vor. Als Ausstellungsbegleittext ist an der Kasse der terra mineralia im Schloss Freudenstein eine 40-seitige Broschüre erhältlich. Der Eintritt zur Ausstellung, die bis Februar 2011 besucht werden kann, ist frei. 

Foto von Eckardt Mildner: Dr. Bernd Ullrich vom Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik (l.) und Dr. Herbert Pforr vom Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg.

Ansprechpartner: 
Dr. Peter Hoheisel, Sächsisches Staatsar