Ausländische Studenten verbessern ihr Deutsch mit Sprachtutoren und -paten

Der ehrenamtliche Sprachtutor Dr. Peter ...
Wang Meiqiang aus China studiert Umwelt-Engineering an der TU Bergakademie Freiberg. Für die 25-Jährige begann die Studienzeit in Freiberg im April 2011 wie für die meisten Studierenden aus dem Ausland mit einem Deutsch-Sprachkurs am Internationalen Universitätszentrum. Dem Kurs und dem „Sprachpaten-Programm" verdankt sie ihre inzwischen gefestigten Deutschkenntnisse, welche die wichtigste Voraussetzung für das Studieren und Leben in Deutschland sind. „In meiner Sprachpatin Bärbel Titze habe ich sogar noch viel mehr gefunden, wir haben uns angefreundet", sagt Wang Meiqiang.
"Mit unserem im Mai 2011 gestarteten Sprachpatenprogramm wollen wir ausländischen Studierenden helfen, gesprochenes Deutsch zu üben", sagt Manuela Junghans die am Internationalen Universitätszentrum für die Betreuung ausländischer Studierender verantwortlich ist.
Der Sprachpate ist ein ehrenamtlich arbeitender Gesprächspartner für einen deutsch lernenden Studierenden. Beide treffen sich etwa einmal pro Woche, um sich über Themen, die sie interessieren, auszutauschen.
Bisher wurden 18 Sprachpaare gebildet. Dazu werden zunächst beide Seiten zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen. Bei Kennenlernspielen bilden sie sich ein Urteil über die anwesenden Kandidaten. In einem geheimen Verfahren geben sie diesen Punkte von eins bis fünf. Die Leiterinnen können damit schließlich die Paare mit den höchsten Übereinstimmungen zusammenbringen.
Viele ausländische Studierende an der Bergakademie Freiberg warten noch auf einen Sprachpaten. „Wir suchen nach Freiwilligen, die etwas von ihrer freien Zeit in diese schöne und anspruchsvolle Tätigkeit investieren wollen", sagt Kirsten Hutte von der „Freiwilligenbörse“, einer Einrichtung des Freiberger Vereins „Lichtpunkt“. Zusammen mit Manuela Junghans, die auch Leiterin des Arbeitskreises Ausländische Studierende an der TU Bergakademie Freiberg (AKAS) ist, hat sie das Sprachpatenprogramm ins Leben gerufen.

Bereits im März 2010 hatten die beiden an der TU Bergakademie Freiberg ein ähnliches Projekt aus der Taufe gehoben: das Sprachtutoren-Programm. Darin korrigieren seither sprachinteressierte Deutsch-Muttersprachler die Studien- und Abschlussarbeiten von ausländischen Studierenden. 76 Hilfesuchende nutzten bisher das Angebot und 96 Arbeiten wurden korrigiert. Je nach Umfang einer Arbeit sind ein oder mehrere Treffen von Sprachtutor und Student nötig, um die nötigen Korrekturen zu besprechen.
„Das Sprachtutorenprogramm nützt sowohl den Studierenden als auch den Lehrenden. Ich habe gute Erfahrung mit den verbesserten Abschlussarbeiten und deren sprachlicher Qualität gemacht", lobt Prof. Mohd Amro vom Institut für Tiefbohrtechnik und Fluidbergbau das Sprachtutoren-Programm an der TU Bergakademie Freiberg. Der ehrenamtliche Sprachtutor Dr. Andreas Trillhose hat eine von Prof. Amro betreute Diplomarbeit Korrektur gelesen. „Der von mir betreute Diplomand war ein akkurater, fleißiger und kommunikativer Student, der dankbar meine Anregungen aufgenommen und verarbeitet hat. Die Zusammenarbeit mit ihm hat mir Freude bereitet, zumal ich auch auf fachlich-technischem Gebiet hinzulernen konnte", sagt er.

„Das Sprachtutorenprogramm bringt Einheimische und ausländische Studierende zusammen und leistet damit einen Beitrag zum interkulturellen Dialog", hebt Manuela Junghans hervor und unterstreicht die Nachfrage an den Programmen: „Sogar von einer Studentin der TU Dresden erhielten wir schon eine Anfrage. Wir mussten sie aber aus Kapazitätsgründen ablehnen."

Auf einem monatlichen Treffen für alle Sprachpaten und Sprachtutoren werden die Programme weiterentwickelt. Die Teilnehmer tauschen sich über Erfolge und Schwierigkeiten aus und geben sich Tipps. Zudem gibt es für die Ehrenamtlichen Weiterbildungen wie interkulturelle Trainings und Kurse mit Hintergrundinformationen zu den Herkunftsländern der Studierenden.

„In der Freiwilligenbörse bereichern die beiden Programme das Angebot an ehrenamtlichen Aufgaben für Freiberger und Bewohner aus dem Umland. Die anspruchsvollen Aufgaben werden von den Ehrenamtlichen sehr geschätzt. Macht es Ihnen doch Freude, junge Menschen aus anderen Ländern auf dem Weg in das berufliche Leben zu unterstützen", hebt Kirsten Hutte die Besonderheit der Programme hervor.

Dass sich aus dem Sprachpaten-Verhältnis eine Freundschaft entwickeln kann, zeigt das Beispiel von Wang Meiqiang aus China und Bärbel Titze: „Mit meiner Sprachpatin Bärbel habe ich schon viel wertvolle Zeit verbracht. Wir haben die terra mineralia und Theaterstücke zusammen besucht und gemeinsam Plätzchen gebacken. Mein erstes Weihnachtsfest und meinen ersten Geburtstag in Deutschland erlebten wir gemeinsam, wie auch das Bestehen von Sprach- und Studienprüfungen“ sagt Wang Meiqiang.

Eine weitere Ansprechpartnerin ist Kirsten Hutte, Freiwilligenbörse im Lichtpunkt e.V., E-Mail: freiboerseatweb [dot] de.

Am Dienstag, 17. April 2012, findet um 16.30 Uhr im Klubraum Neue Mensa, Agricolastraße 10 a, eine Infoveranstaltung für ehrenamtliche Mitarbeiter in beiden Programmen statt. Unter dem folgenden Weblink finden Sie weitere Informationen.
Ansprechpartner: 
Manuela Junghans