Alexander von Humboldt - ein Glücksfall für Freiberg

Seit Mittwoch erinnert auch eine Gedenktafel an der Alten Mensa an den Naturforscher. Sie zeigt neben dem Konterfei Humboldts ein Briefzitat aus dem Jahr 1850. "Wie ich einen wichtigen Teil meiner Bildung und die Richtung meiner Bestrebungen ... der trefflichen Anstalt der Freiberger Bergakademie ... schuldig bin", erinnert sich der über 80jährige darin an seine Zeit an der Bergakademie. Hier hatte er sich 1791 als 357. Student eingeschrieben. In der Festveranstaltung nannte Rektor Prof. Bernd Meyer die Entscheidung für ein Studium an der Bergakademie "einen Glücksfall für Freiberg, und Freiberg einen Glücksfall für Humboldts Leben." Der "Vermesser der Welt" hatte hier in acht Monaten wissenschaftliche Rüstzeug für sein weiteres Forscherleben erworben.

Von seinen Expeditionen nach Russland und Sibirien und der Überwachung durch russische Staatsbeamte berichtete auf der Festveranstaltung Prof. Oliver Lubrich von der Freien Universität Berlin. Als weiterer Gastredner stellte der Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung a.D., Dr. Manfred Osten, Humboldt als getriebenen Charakter vor, der unermüdlich nach Wissen strebte.

Den Ort der Festveranstaltung, die heutige "Alten Mensa" auf der Petersstraße, hatte Alexander von Humboldt 1828 sogar selbst besucht. Damals befand sich in dem Gebäude das Gasthaus "Schwarzes Ross". Humboldt übernachtet dort, als er den Freiberger Physiker Ferdinand Reich besuchte. Seine Freiberger Studienzeit lag damals bereits 36 Jahre zurück.

Die neue Gedenktafel ist ein weiteres sichtbares Zeichen, das Besucher der Stadt an den Gelehrten erinnert. In Freiberg gibt es bereits ein nach Humboldt benanntes Universitätsgebäude auf dem Campus, das "Humboldt-Haus" auf der Weingasse und einen Gedenkstein am Wernerplatz, nahe der alten Kuhschacht-Fundgrube, in welcher er Messungen vorgenommen hatte. Außerdem trägt das Internationale Universitätszentrum Humboldts Namen.