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  • Zwei Ausstellungen begleiten den Weltkongress für Industriedenkmalpflege

     DRUCK
    1.09.2009
    Autor/en: Christel-Maria Höppner
    Bild zu Zwei Ausstellungen begleiten den Weltkongress für Industriedenkmalpflege
    Anlässlich des TICCIH- Weltkongresses 2009 zum Thema "Industrielles Erbe - Ökologie - Ökonomie" sind am 31. August zwei Ausstellungen eröffnet worden. Die Wanderausstellung "Neuer Nutzen in alten Industrieanlagen" in der Nikolaikirche und die Tafelschau des Bergbaumuseum Pribram (Tschechien) im Agricolasaal der Universitätsbibliothek können auch von interessierten Einwohnern und Gästen der Stadt besucht werden.

    Bis zum Sonnabend präsentiert die Nikolaikirche zwei Industrieobjekte aus jedem Bundesland, die von einem Investor gekauft und langjährig genutzt werden. "Die Palette reicht dabei von einem Leuchtturm über das Berliner Umspannwerk in der Kantstraße bis zum Hüttenwerk im sächsischen Knappenrode", berichtet Prof. Axel Föhl, der die Wanderausstellung im Auftrag der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger bereits 2002 konzipierte. 2008 wurden die Tafeln aktualisiert. In 48 Städten Deutschlands, Österreichs und den Niederlanden machte die Wanderausstellung Station und informiert über gelungene Beispiele, wie alte Industriebauten neu genutzt werden. "Eine Voraussetzung für die Auswahl der Objekte", so Prof. Föhl, "war, dass es sich in jedem Fall um ein Denkmal handelt, das auch nach der Umnutzung ein solches geblieben ist." Die Schau ist bis zum 5. September täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

    Einen Besuch in nächster Zeit können Interessenten für die Ausstellung in der Universitätsbibliothek auf dem Campus einplanen. Das Bergbaumuseums Pribram, das größte seiner Art im Nachbarland, stellt sich mit Unterstützung des Bergarchivs Freiberg bis zum 2. Oktober im Agricolasaal der Bibliothek vor. Die 15 Tafeln mit Texten und Fotos vermitteln einen Ausflug in die Geschichte des Museums, das 1886 durch den Lehrer und Regionalhistoriker Ladislav Maly gegründet wurde. Heute verfügt das vom Bergbau geprägte Areal in seinen fünf Teilobjekten über 40 Gebäude, die weitgehend saniert sind. Zu den Attraktivitäten zählen zwei Fördertürme, zwei Dampffördermaschinen, mehrere befahrbare Stollenanlagen und ein untertägiges Wasserrad mit Kunstgezeug. Neben dem Bergbau erhalten die Besucher Einblicke in die ländliche Baukunst im mittleren Moldautal, in den Goldbergbau und die Goldverarbeitung sowie in eine Uranschachtanlage mit dem ehemaligen Straflager Vojna. Museumsmitarbeiter Ulrich Haag stellte den Gästen am Montagabend zur Eröffnung das Museum vor und berichtete, dass der Vojtech-Stollen im Ortsteil Birkenbach bereits 1875 weltweit Aufmerksamkeit erzielte. Damals gelang den Bergleuten erstmals eine Teufe in 1000 m Tiefe.

    Für die Teilnehmer der TICCIH-Konferenz hält das Bergarchiv Freiberg noch zwei interessante Filme aus seinem Bestand bereit. Sie sind am Mittwoch, 2. September 2009, in Schloss Freudenstein zu sehen. Der Kurzfilm "Kohle - Kumpel - Perspektiven" von 1969/70 wird dabei erstmals öffentlich aufgeführt. Der zweite Streifen "Glück auf" von 1977/78 behandelt ebenfalls den Strukturwandel im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier.

    Foto: Ulrich Haag (3.v.l.) erläutert in der Universitätsbibliothek die Ausstellungstafeln zum Museum Pribram.
    Bereich: Institut für Wissenschafts- und TechnikgeschichteAnsprechpartner: Prof. Helmuth AlbrechtE-Mail:
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    • Aktualisierung: 06.12.2012,
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