100. "Freiberger Kolloquium" beobachtet die Erde

Mit einem Blick aus dem All auf unseren Planeten lockt das Freiberger Kolloquium zu seiner 100. Veranstaltung. Am Donnerstag, dem 31. März 2011, 19.30 Uhr, präsentiert Gunter Schreier vom Erdbeobachtungszentrum (EOB) am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR in Oberpfaffenhofen faszinierende Bilder zum Thema „Ein Blick aus dem Weltraum - Erdbeobachtung mit Satelliten für Umwelt und Sicherheit“. Da zum Jubiläumsvortrag wieder zahlreiche Zuhörer erwartet werden, findet er in der Alten Mensa, Petersstraße 5, statt.
Anhand von Aufnahmen der Erdoberfläche aus dem Weltraum zeigt der Redner Veränderungen von Klima, Umwelt und Landnutzung sowie zur genauen und schnellen Kartierung von Naturkatastrophen und Vorgängen auf, die die Sicherheit der Menschen bedrohen, Die Jubiläumsveranstaltung wird durch die „Bergsänger“ umrahmt. Damit möchten sich die Veranstalter ganz herzlich bei ihrem treuen Publikum bedanken.

Vor 18 Jahren startete das Freiberger Kolloquium mit dem Ziel, geowissenschaftliche und bergbauliche Inhalte einem breiten Publikum - vor allem auch Schülern, Studenten und wissenschaftlich interessierten Bürgern in Freiberg und Umgebung - kostenlos nahe zu bringen. Seitdem nutzten über 5 000 Zuhörer dieses Angebot. Die Themen reichten von Geowissenschaften, Bergbau über Stadt- und Kulturgeschichte bis zu aktuellen Vorträgen über Erdbeben oder Baugrundfragen bergbaulicher Dimension. Die ehrenamtlich geführte Veranstaltungsreihe wurde vom Landesamt für Umwelt und Geologie, dem Oberbergamt und der TU Bergakademie ins Leben gerufen. Später kamen das Geokompetenzzentrum Freiberg e.V., im letzten Jahr das Sächsische Bergarchiv und die terra mineralia als Kooperationspartner hinzu. „Damit konnten wir das inhaltliche Spektrum erweitern und es ist uns gelungen, den Geostandort Freiberg in der öffentlichen Wahrnehmung zu befördern“, schätzt Prof. Steffen Wagner von der TU Bergakademie ein. Der Professor am Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau gehört von Anfang an zu den Organisatoren.

Er kann sich noch gut an das erste Kolloquium von Dr. Hirschmann zur Kontinentalen Tiefbohrung am 11. März 1993 im voll besetzen Naturkundemuseum erinnern. „Die Vorträge wurden damals noch mit Dia-Projektor und Folien präsentiert und meist durfte ich die Dias durchschieben.“ Aufregend im Vorfeld war für ihn der Auftritt vom damaligen Staatsminister Jurk im Maschinenhaus auf der Reichen Zeche. „Herr Jurk war eine Stunde zu früh da und musste etwas besänftigt werden.“ Mehrmals war der Präsident des Oberbergamtes, Prof. Reinhard Schmidt, als Redner zu Gast. Zu weiteren Akteuren gehörten unter anderen der Präsident des Landesamtes, die TU Bergakademie-Rektoren Prof. Ernst Schlegel und Prof. Georg Unland Unland sowie der jetzige Freiberger Oberbürgermeister Bernd Erwin Schramm.

Besucherzahlen über 100 Personen waren früher im Freiberger Kolloquium eher die Ausnahme. Doch inzwischen kommen immer mehr Zuhörer in den attraktiven Vortragssaal der terra mineralia im Schloss Freudenstein. Besonders gut angenommen werden montangeschichtliche Beiträge oder Reiseberichte, wie der von Prof. Jörg Schneider über seine Teilnahme an der Antarktis–Expedition. Aber auch der Vortrag über Alexander von Humboldt als Sammler, den kürzlich der Direktor des Berliner Naturkundemuseums hielt, bescherte den Veranstaltern ein volles Haus. Beim Bericht über den Bau des Gotthard-Tunnels im Januar reichten erstmals die Plätze nicht, so dass Chefbauleiter Jürgen Schellig seinen Vortrag wiederholte.

Foto: DLR
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Anna Dziwetzki