Behindertengerechtes Arbeitsverhältnis

Die TU Bergakademie möchte mit ihnen gemeinsam, ein behindertengrechtes Arbeitsklima und einen reibungsfreien Arbreitsprozess gestalten. Wir stehen für Anregungen zur Verfügung. Hier werden Sie über gesetzliche Möglichkeiten und deren praktische Umsetzung informiert.

Das Benachteiligungsverbot

Das Verbot umfasst Benachteiligungen vom Bewerbungsprozess bis zur Aufnahme der vertraglichen Tätigkeit und Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Dieses Diskriminierungsverbot gilt für alle Beeinträchtigten Arbeitnehmer im Rahmen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Bei einem Verstoß gegen dieses Benachteiligungsverbot kann der benachteiligte Arbeitnehmer nach § 81 Absatz 2 SGB IX in Verbindung mit § 15 AGG Schadensersatz verlangen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet einen behinderten Bewerber einzustellen bzw. zu befördern, wenn ein anderer nicht behinderter Kollege die gleiche Eignung aufweist.

2. Anspruch auf behinderungsgerechte Beschäftigung

Der Anspruch nach § 81 SGB IX auf behindertengerechte Beschäftigung, bei der Sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse möglichst voll einsetzen und weiterentwickeln können, wird bei uns, bei entsprechender Mitteilung vollständig gewährleistet.

Bitte teilen sie uns mit, wenn sie ihre vertragliche Tätigkeit nicht mehr vollumfänglich ausführen können. Wir werden ihre Beschäftigung bedarfsgerecht anpassen z.B.:

  • Bereitstellung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes z.B. höhenverstellbare Schreibtische, technische Ausstattung, Arbeitsplatzbeleuchtung, bedarfsgerechtes Arbeitsmaterial
  • barrierefreie Zugänglichkeit und Gestaltung des Arbeitsplatzes z.B. Automatische Türöffner, Verlegung des Arbeitsortes in ein barriefreies Gebäude
  • Personelle Unterstützung des Mitarbeiters z.B. Schreibassistenz
  • Veränderung der Arbeitszeit  z.B. Vollzeit in Teilzeitstelle
  • Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz

Einge dieser Maßnahmen können durch die Bundesagentur für Arbeit oder das Integrationsamt gefördert werden.

Förderung der beruflichen Weiterentwicklung

Dem Anspruch auf eine bedarfsgerechte inner- und außerbetriebliche Weiterbildung, welche Ihre berufliche Entwicklung fördert, werden nach § 81 Absatz 4 SGB IX ermöglicht. Darunter sind Weiterbildungsmaßnahmen zu verstehen, die ihren Wiedereinstieg in das Arbeitsleben ermöglichen und langfristig ihren Arbeitsplatz sichern. Es werden Fähigkeiten und Kenntnisse zu technischen Lösungen und behindertengerechte Arbeitsplatzgestaltung und deren Organisation trainiert. Diese Maßnahmen können unter bestimmten Voraussetzungen durch das Integrationsamt gefördert werden.

Der Zusatzurlaub

Der Zusatzurlaub bietet ihnen die Möglichkeit sich ausreichend zu erholen. Die Urlaubsregelungen zur Entstehung und Gewährung nach dem BUrlG finden entsprechende Anwendung. Bitte beachten sie bei der schriftlichen Beantragung des Urlaubs ihren Schwerbehindertenausweis vorzulegen. Der Zusatzurlaub gemäß § 125 I SGB IX kann erst gewährt werden, wenn die Schwerbehinderung mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50% festgestellt wurde. Wird rückwirkend eine Schwerbehinderung bescheinigt, finden die Regelungen zur Übertragung des Urlaubs ins Folgejahr nach BUrlG ebenfalls entsprechende Anwendung. Dieser Zusatzurlaub ist auf eine Arbeitswoche begrenzt. Die zusätzlichen Urlaubstage bestimmen sich danach, wie viele Tage Sie in der Woche arbeiten. Mitarbeiter deren Schwerbehinderung noch kein Jahr feststeht, wird 1/12 zusätzlicher Urlaub für jeden Monat gewährt, dabei werden halbe Tage auf ganze aufgerundet.

Befreiung von Mehrarbeit

Oft kann Mehrarbeit Sie an ihre persönliche Leistungsgrenze bringen. Das soll nach den Regelungen des § 124 SGB IX vermieden werden. Diese Regelungen gelten für schwerbehinderte und gleichgestellte Mitarbeiter gleichermaßen. Unter Mehrarbeit ist eine Überschreitung der gesetzlichen Arbeitszeit von 8 Stunden pro Tag zu verstehen. Eine Befreiung von Mehrarbeit ist nur bei entsprechender schriftlicher Beantragung möglich, ansonsten muss Mehrarbeit geleistet werden. Teilzeitbeschäftige können sich ebenfalls von Mehrarbeit befreien lassen, sie kann nur durch einen Vergleich mit vollzeitbeschäftigten Mitarbeitern festgestellt werden.

Besonderer Kündigungsschutz

Behinderte Mitarbeiter genießen einen besonderen Kündigungsschutz, wenn ihr Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag besteht. Bei jeder Kündigung, d.h. Änderungskündigung, ordentliche (§ 85 SGB IX) und außerordentliche Kündigung (§ 91 SGB IX), hat das Integrationsamt zu prüfen, ob eine Kündigung rechtwidrig ist, ist das nicht der Fall, wird die Kündigung wirksam. Die enge Kooperation mit den Integrationsamt vermeidet Kündigungen, denn es werden Möglichkeiten ausgelotet Arbeitnehmer behindertengerecht zu beschäftigen.