Historisches

Posterausstellung

"Studentinnen und Wissenschaftlerinnen an der (TU) Bergakademie Freiberg (1885-2015)"

Nachdem die Posterausstellung "Studentinnen und Wissenschaftlerinnen an der (TU) Bergakademie Freiberg (1885-2015)" vom 09.März bis 30. April 2015 im Foyer des Hauptgebäudes der TU Bergakademie Freiberg zu sehen war, wird sie ab Ende Mai 2015 in Form einer Wanderausstellung in den Fakultäten zu besichtigen sein: Poster.

Die Ausstellung zeigt anlässlich des Jubiläumsjahres der Universität Portraits herausragender Wissenschaftlerinnen, Studentinnen, promovierter und habilitierter Frauen der Alma Mater und erstmals aufbereitete Statistiken zum Frauenstudium.

An der Bergakademie Freiberg fanden die ersten Hörerinnen in den 1870-er Jahren Zugang zum Studium - Mary Hegeler (siehe unten) war 1885 die erste eingeschriebene Studentin. 1921 wurden Frauen schließlich regulär zum Studium zugelassen. doch erst in 1950-er Jahren gab es die erste Diplomabsolventin und Promovierte an der Bergakademie Freiberg.

Quelle: Dr. Angelique Leszczawski-Schwerk, Flyer zur Ausstellungseröffnung.


Aus der Geschichte der Frauen an der Bergakademie Freiberg

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es noch sehr kontroverse Ansichten über die Bildungsfähigkeit von Frauen. Umso erstaunlicher ist, dass bereits 1797 der Gräfin Hogendrop aus Holland die Befahrung der Gruben und die Besichtigung der Freiberger Berg- und Hüttenwerke genehmigt wurde.

Als erste Frau nahm Mrs. S. St. Smith aus New York 1871 als Gasthörern in den Vorlesungssälen der Bergakademie Freiberg Platz. Der damalige Direktor Gustav Zeuner überließ die Genehmigung der Teilnahme an den Lehrveranstaltungen dem königlichen Finanzministerium. Dieses bewilligte die Teilnahme mit der Einschränkung der Aufhebung falls „Störungen irgendwelcher Art“ auftreten. Bereits zwei Jahre später erhielt Louise Hotz aus Höttigen, die bereits an der Universität in Zürich studiert hatte, die Genehmigung unter Vorbehalt als Hörerin an den Vorlesungen der  Geologie und der Theoretischen Chemie teilzunehmen.

Mary Hegeler (1861-1936)Erst zwölf Jahre später wird Mary Hegeler (Foto) aus La Salle Illinois die erste eingeschriebene Studentin der Bergakademie Freiberg. Sie besaß bereits den akademischen Grad des Bachelor of Science, den sie an der Universität in Michigan erworben hatte. Unter der Matrikelnummer 3378 besuchte sie von April 1885 bis Ostern 1886 Vorlesungen und Praktika, die sie alle mit der Note Eins abschloss. Zurück in Amerika übernahm sie den Posten des leitenden Redakteurs des Verlags Open Court. Einer der ersten amerikanischen Verlage der Beiträge zur Philosophie, den Naturwissenschaften, der Mathematik sowie zu östlichen Religionen veröffentlichte. Die zweite Studentin der Bergakademie Freiberg war 1910 Katherina Erhard.

Die rechtlichen Grundlagen erhielt das Frauenstudium 1913 in der Satzung der Bergakademie Freiberg, die besagte, dass Frauen als Hörerinnen unter Einschränkungen zugelassen werden können. 1921 heißt es schließlich: "Weibliche Personen können unter den Selben Bedingungen, wie männliche, als Studierende oder Hörer zugelassen werden."

In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war der Zugang zu Hochschulen für Frauen nicht einfach. Durch den Einzug vieler Männer in den Kriegsdienst änderte sich dies. Besonders in der DDR-Zeit wächst der Anteil der Frauen an Hochschulen stark an. Dies liegt nicht zuletzt in Maßnahmen, wie frauenbezogenen Studienplänen, Studienplänen für Schwangere, Krippen- und Kindergartenplätzen begründet. In den 1950er Jahren sind schließlich auch die ersten erfolgreichen weiblichen Abgänger der Bergakademie zu verzeichnen. So erlangte Ulrike Marr als erste Frau ihr Diplom im Fach der Geologie, Waltraud Stolper als Erste die Promotion und Dr. Hannelore Fischer als Erste die Habilitation. Mit der Berufung von Frau Dr.-Ing. Maja Krumnacker für das Fach der NE-Metalle erhält die Bergakademie Freiberg auch ihre erste Professorin.

Quellen: Knappe, Ines: Frauen an der Bergakademie Freiberg.1995; Höppner, Christel-Maria: Frauen an der Bergakademie, In: Unizeitung „Report“. Heft 13, April 2000. Seite 8-9.; Seidel, Birgit: …diese Smith!, In: Zeitschrift der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg. Jg. 17, 2010. Seite 181-182; UAF Zc 176.