Historische Diamanten

Sonderausstellung "Historische Diamanten - Replikate aus dem Kristallmuseum Riedenburg" bis zum 29. März 2003

Der Cullinan I wurde aus dem größten Diamant der Welt geschliffen. Er hat ein Gewicht von 530,20 Karat und schmückt das königliche Zepter des englischen Kronschatzes.Steine, die einen eigenen Namen tragen: Das ist im Reich der Kristalle etwas Einmaliges. Historische Diamanten haben alle eigene Namen, je nach ihrem Fundort, nach ihrem Besitzer oder nach einer besonderen Geschichte. Historische Diamanten: Das sind die größten und schönsten der Welt. Der allergrößte, der Cullinan aus Transvaal, wog 3106 Karat (621,2 Gramm), als man ihn fand. Aber auch Steine mit nur 5 Karat können zu den Historischen Diamanten zählen, wenn sie gemmologisch oder geschichtlich eine außerordentliche Bedeutung haben. Hier sind ausschließlich Replikate ausgestellt: Die kostbaren Originale liegen weltweit verstreut in Safes von Sammlungen von Museen und Banken oder in Schmuckschatullen von Königen und Industriellen. Die Nachschliffe sind in Bergkristall, Citrin, Rauchquarz oder Amethyst ausgeführt, je nach Originalfarbe der Diamanten; der Edelstein-Schleifmeister Rudolf Dröschel hat in 25-jähriger Arbeit die Historischen Diamanten studiert und äußerst präzise nachgeschliffen. Das Kristallmuseum Riedenburg besitzt mit über 300 Stücken die größte Replikatsammlung Historischer Diamanten. Ein Teil dieser Sammlung ist nun in Freiberg zu sehen.

Diesen optischen Leckerbissen der besonderen Art kann man zur Zeit im Foyer der Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg in der Brennhausgasse 14 bewundern. In acht Vitrinen wird der Besucher die Faszination Diamant erleben können - ein wahres Feuerwerk an Farben und Formen. "Aber natürlich werden nicht die echten Klunker gezeigt" erklärt uns Andreas Massanek, der Kustos der Mineralogischen Sammlung, "denn die liegen weltweit verstreut in Safes von Museen und Banken oder in Schmuckschatullen von Königen und Industriellen. Nein, wir sehen hier ausschließlich Nachschliffe die in Bergkristall, Citrin, Rauchquarz oder Amethyst ausgeführt sind, je nach Originalfarbe der Diamanten. Für ausgefallene Farben wurden auch synthetisch hergestellte Quarze verwendet". Bei den prächtigen Exponaten handelt es sich um Leihgaben des Kristallmuseums Riedenburg, das mit über 300 Stücken die größte Replikatsammlung Historischer Diamanten in der Welt besitzt.

Der Dresden Grün ist mit 41 Karat der größte grüne Diamant der Welt. Er befindet sich im Grünen Gewölbe in Dresden."Historisch" werden diese Diamanten genannt, weil sie gemmologisch oder geschichtlich eine besondere Bedeutung haben. Steine, die einen Namen tragen: Das ist im Reich der Kristalle etwas Einmaliges. Historische Diamanten haben alle eigene Namen, ob nach Fundort, nach ihrem Besitzer oder nach einer besonderen Geschichte benannt. "Nehmen wir als Beispiel den größten Diamant der Welt", erzählt uns Massanek. "Er wurde am späten Nachmittag des 26. Januar 1905 von Frederick Wells entdeckt. Wells war Produktionsleiter der weltberühmten Premier Mine in Südafrika und führte an diesem Tag eine Routineinspektion durch. Dieser Rundgang brachte einen 3.106 Karat (621,2 Gramm) schweren Diamanten und ihm selbst eine Belohnung von 10.000 Dollar ein. Der Stein wurde nach dem damaligen Direktor der Grube, Sir Thomas Cullinan, benannt. Die Minengesellschaft verkaufte den Stein an die Regierung Transvaal, die ihn dann am 9. November 1907 an den englischen König Edward VII. zu seinem 66. Geburtstag verschenkte. König Edward ließ den Stein zum damals berühmtesten Diamantenschleifer der Welt, Herrn Asscher von der Firma Asscher Diamond Corporation in Amsterdam bringen, um ihn schleifen zu lassen."

Herr Asscher studierte den Stein monatelang und schließlich, am 10. Februar 1908 um 14.45 Uhr wagte er den Spaltversuch. Er setzte die Spaltklinge an, um den Rohkristall mit einem Schlag zu teilen. Jedoch - die Klinge brach ab und der Kristall blieb unverletzt. Ein zweiter Versuch gelang - doch Asscher fiel vor Schreck beim Spaltgeräusch in Ohnmacht. Denn schließlich hätte der Stein auch in 1.000 Stücke zerplatzen können. Diese Teile wurden noch weiter gespalten, bis am Ende 9 größere und 96 kleinere Fragmente übrig waren. Diese Steine wurden in achtmonatiger Arbeit geschliffen. Die neun großen Diamanten blieben im englischen Kronschatz. Der Cullinan I ist mit 530,2 Karat der größte geschliffene Diamant der Welt. Er wurde in das Zepter des Königs eingearbeitet. Der Cullinan II ist der zweitgrößte geschliffene Diamant. Er hat ein Gewicht von 317,4 Karat. Er wurde mit 66 Facetten versehen und ziert die englische Königskrone. Beide Edelsteine sind im Tower in London zu besichtigen.

Den rosafarbenen, 50 Karat wiegenden Le Grand Conde schenkte König Ludwig XIII. 1643 Louis de Bourbon, Prinz von Conde, für seine Verdienste als Kommandeur der französischen Armee im Dreißigjährigen Krieg.Diamanten wurden in großen Tiefen von etwa 150 bis 200 Kilometern im oberen Erdmantel bei Temperaturen von etwa 1.500 Celsius und enormen Drücken von ca. 70.000 Athmosphären aus reinem Kohlenstoff gebildet. Durch kimberlitisches Magma wurden die Diamanten auf tiefreichenden Vulkanschloten, den sogenannten Pipes, innerhalb weniger Stunden an die Erdoberfläche transportiert. Solche Pipes finden sich auf alten Kontinenten, wie im Süden Afrikas, in Indien und Sibirien, Kanada und Brasilien. In jüngerer Zeit sind auch bedeutende Funde in Australien, Finnland und Schweden gemacht worden.

Beeindruckend ist auch die Farbenvielfalt, in der die Diamanten in der Natur vorkommen können. Durch Einbau sehr geringer Mengen anderer Elemente können diese Farben verursacht werden. So kommt die gelbe Farbe durch Einbau von Stickstoffatomen und die Blaufärbung durch Einbau von Bor in die Kristallstruktur zustande. Die seltene grüne Färbung wird wahrscheinlich durch natürliche Radioaktivität verursacht, in rosafarbenen Kristallen fand man etwas Nickel. Die häufigere Braunfärbung hängt mit Strukturstörungen zusammen. Die in Freiberg ausgestellten Replikate hat Schleifermeister Rudolf Dröschel aus der Edelsteinmetropole Idar-Oberstein in 25-jähriger Arbeit präzise angefertigt. 150 dieser Meisterwerke können nun bewundert werden.

Ansprechpartner

Dipl.-Min. Andreas Massanek, Tel.: +49 3731 39-2001
weitere Informationen unter E-Mail: Andreas [dot] Massanekatgeosamm [dot] tu-freiberg [dot] de