Labor für Organische Kohlenpetrologie

Labor für Organische PetrologieBereits im 1927 von Otto Stutzer gegründeten, weltweit ersten Institut für Brennstoffgeologie an der Bergakademie Freiberg, gehörten die Mikroskopie von Kohlen und Kohlenwasserstoff-Muttergesteinen zum Lehr- und Forschungsprogramm. Der Bedeutung fossiler Brennstoffe entsprechend, entwickelte sich dieses wissenschaftliche Betätigungsfeld in den 70iger und 80iger Jahren zu einem leistungsfähigen Laboratorium für die studentische Ausbildung und zur Realisierung anspruchsvoller Forschungsaufgaben. Darüber hinaus wird eine umfangreiche Routine- und Auftragsanalytik gewährleistet, welche die folgenden Untersuchungen umfasst:

  • Mikroskopie im Auflicht- und Durchlicht, bei konventioneller Beleuchtung und im lumineszenzanregendem Licht; Mikroskopische Bildanalyse
  • Bestimmung der mazeralen Zusammensetzung von Braun- und Steinkohlen (DIN 22020)
  • Bestimmung der Mikrolithotypen-Zusammensetzung von Kohlen
  • Xylit-Analytik (Quantität, Varietäten)
  • Verwachsungsgrad von Organo-Mineral-Komplexen
  • Bestimmung des mittleren (max./min.) Reflexionsvermögens von Flözkohlen und dispers verteilten organischen Komponenten in Sedimenten
  • Maturitätsbestimmung gering inkohlter Organite mittels spektraler Fluoreszenz.Fluoreszenz-Mikroskopie

Einhergehend mit umfangreichen Sanierungsarbeiten in den letzten Jahren ist heute der modernste Gerätefundus auf dem Gebiet der bildgebenden Analytik von Kohlen und organischen Komponenten in Sedimenten verfügbar:

  • Forschungsmikroskope für Auf- und Durchlichtmikroskopie
  • Einrichtung zur Mikrophotometrie organischer Komponenten unter konventionellem Licht und bei Fluoreszenzanregung
  • Messgerät zur Bestimmung der Mikrohärte nach Vickers
  • Bildanalyse.

Die Arbeitsschwerpunkte des Labors liegen vor allem auf den Feldern Kohlenqualitätsbewertung (Maceral- und Mikrolithotypenanalyse), Kerogenanalytik und -reifediagnose sowie der Bewertung organischer Kontaminationen. Die Forschungsarbeiten der letzten Jahren fokussierten dabei folgende Kerngebiete:

  • Mazeralbestand von Schwarzschiefern
  • Maturität Kupferschiefer Mansfeld/Sangerhausen
  • Brandverhalten bituminöser Schiefer/ Haldenbrände undihre Ursache
  • Uran-Fixierung in Kohlen
  • Kokskohlen-Qualität
  • Stoffliche Natur und Reife organischen Materials keramischer Tone
  • Fazies-Analytik tertiärer Braunkohlen im Weißelsterbecken
  • Evaluierung KW-Erkundungsbohrungen NW-Deutschland
  • Bewertung Diatomeen-Kohlen
  • Schadstoffnachweis Holzkohlen-Produkte

Mazeral Cutinit: Laubblatt-Kutikula; eozäne Braunkohle; HelmstedtMazeral Sporinit: unfertiges Sporangium; eozäne Braunkohle; Weiß-    elsterbecken

Mazeral Alginit: Süßwasser-Alge Botryococcus braunii; Kupferschiefer-Basis

Mazeral Sporinit: Mikro- und Megasporen; Steinkohle Saar