Absolvententreffen am 12./13. Juni 2010

Nach über zwölf Jahren fand wieder ein fakultätsweites Absolvententreffen aller Jahrgänge statt. Hier ein Rückblick auf diese Veranstaltung, an der 120 ehemalige Studierende und Mitarbeiter teilgenommen haben. Das Programm des Treffens kann der Ankündigung entnommen werden.

Bild zur Begrüßung durch den Dekan Bild zur Begrüßung durch den Prorektor Bild zur Begrüßung durch die Alumni-Koordinatorin

Der Dekan der Fakultät für Mathematik und Informatik, Herr Prof. Dr. Stephan Dempe, eröffnete die Auftaktveranstaltung und begrüßte die Teilnehmer am Absolvententreffen (Foto links).

Danach überbrachte der Prorektor für Bildung, Herr Prof. Dr. Michael Schlömann ein Grußwort des Rektorates (mittleres Foto). In seiner Ansprache ging er auf die Entwicklung der Bergakademie in den letzten Jahren ein. Anhand einiger Grafiken schilderte er die positiven Tendenzen u.a. bei den Studierendenzahlen, der Drittmitteleinnahmen und beim Baugeschehen.

Im Namen des Vereins der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg e.V. begrüßte die Alumni-Koordinatorin der Universität, Frau Jana Schulze-Rehagel, die Teilnehmer (Foto rechts). Sie erläuterte die Arbeit des Fördervereins, die Angebote für die Alumni und warb für eine Mitgliedschaft im Verein.

Bild 1 zum Festvortrag Bild 2 zum Festvortrag Bild 3 zum Festvortrag

Den Festvortrag mit dem Titel "Geschichte der Freiberger Mathematik von 1970 bis 2000" hielt Altrektor Prof. Dr. Dietrich Stoyan. Er begann mit Bemerkungen zu den wechselnden Gebäuden, in denen die Mathematiker seit 1970 untergebracht waren. Dann gedachte er der in den letzten 20 Jahren verstorbenen Hochschullehrer, nämlich den Herren Professoren Fritz Rühs, Manfred Schoch, Joachim Machner und Hans Bandemer. Es folgte ein Überblick über die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Für die DDR-Zeit wurde die Gründung der Mathematiker-Ausbildung durch Herrn Prof. Dr. Alfred Kneschke im Jahre 1962 als wichtigstes Ereignis genannt. Dann ging Prof. Stoyan auf die durch Herrn Prof. Bandemer gegründete "Freiberger Stochastik" ein. Kritische Worte fielen zum 1972 eingeführten Vierjahresstudium, das bald wieder abgeschafft werden musste. In der Art und Weise der Einführung sah der Redner Parallelen zum Bologna-Prozess -- damals wie heute lehnt die Mehrheit der Hochschullehrer die Reformen ab, aber sie werden trotzdem durchgeführt. Heute gäbe es aber immerhin Proteste von Studenten dagegen. Es sei gut, dass in der Freiberger Mathematik-Ausbildung das Diplom im Studiengang Angewandte Mathematik erhalten geblieben sei.

Erstmals wurde öffentlich über den "Anti-Reserveoffiziersanwärter-Verein" berichtet, mit dem sich Freiberger Mathematik-Studenten erfolgreich gegen die gegen Ende der DDR-Zeit massive Werbung von Studenten als Reserveoffiziersanwärter wehrten.

Der Redner erinnerte auch an die vielen Mathematik-Studenten, die zu DDR-Zeiten aus der Lausitz und aus Klein-Machnow kamen.

Bild zu Prof. Dr. Lothar von Wolfersdorf Bild zum Umzug

Ausführlich beschrieb Prof. Stoyan Ereignisse der "Wende"-Zeit. Dabei ging er auf die Rolle des langjährigen Sektionsdirektors, Herrn Prof. Dr. Dieter König, ein und würdigte die Verdienste des ersten Fachbereichsdekans, Herrn Prof. Dr. Lothar von Wolfersdorf. Dieser genoss als politisch einwandfreier Mann, als konsequenter Leiter und als hervorragender Wissenschaftler große Autorität.

Schließlich behandelte Prof. Stoyan die erfreulichen Entwicklungen der Zeit nach der Wiedervereinigung. Er nannte dabei die Gründung der Bachelor- bzw. Masterstudiengänge "Angewandte Informatik" bzw. "Network Computing" und würdigte auch die zahlreichen Auszeichnungen, die Studenten der Fakultät im Universitätsrahmen erhielten, sowie die Verleihungen des Weisbach-Preises für hervorragende Lehre an Herrn Dr. Andreas Bellmann und Herrn Prof. Dr. Udo Hebisch.

Mit zwei Anekdoten lockerte der Redner seinen Vortrag auf. Einmal ging es um ein Telegramm nach New York unter den Bedingungen der in der DDR üblichen Postzensur an den Hochschulen und zum anderen um seine Erlebnisse mit den Medien im Zusammenhang mit seinen Forschungen zur Durchmischung der Euro-Münzen.

Prof. Stoyan schloss seine Rede mit der Aufforderung an die Absolventen, die Studienwerbung für Mathematik an der Bergakademie zu unterstützen.


Bild zur Stadtführung Bild zur Führung durch das Universitätshauptgebäude

Auf das typische Freiberger Wetter war wieder einmal Verlass. Pünktlich zum Beginn der Stadtführung -- Treffpunkt war der Brunnen auf dem Obermarkt (linkes Foto) -- begann es kräftig zu regnen. Es galt mal wieder der allen Absolventen bekannte Spruch: "Wird strichweise Regen vorhergesagt, so liegt Freiberg auf dem Strich." Die Führung fand trotzdem statt. Alle haben tapfer durchgehalten und hatten ihren Spaß.

Die Führung durch das Universitätshauptgebäude (UHG) startete im Foyer des UHG (rechtes Foto). Wegen des großen Interesses an dieser Führung wurde sie in zwei Gruppen durchgeführt. Herr Dr. Norman Pohl vom Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte konnte den Absolventen viel Interessantes und Wissenswertes über die Geschichte dieses Gebäudes sowie insbesondere über die Aula, den Senatssaal und den Karzer berichten.

Bild 1 zur Abendveranstaltung Bild 2 zur Abendveranstaltung Bild 3 zur Abendveranstaltung
Bild 4 zur Abendveranstaltung Bild 5 zur Abendveranstaltung Bild 6 zur Abendveranstaltung

Im Mittelpunkt der Abendveranstaltung standen natürlich die Gespräche zwischen den ehemaligen Studierenden und Mitarbeitern. Für das leibliche Wohl war gesorgt und als eine kleine Einlage wurden Kurzfilme gezeigt, die vom Medienzentrum der Universität zu besonderen Anlässen bzw. zum Zweck der Studienwerbung hergestellt wurden.

Bild 7 zur Abendveranstaltung Bild 8 zur Abendveranstaltung

Ein Höhepunkt des Abends war das gemeinsame Singen des Steiger-Liedes. Auch Dank eines textsicheren und stimmgewaltigen Vorsängers wackelten die Mauern der Alten Mensa bei den Gesängen der Mathematiker und Informatiker. Es wurden sämtliche bisher dokumentierten fachspezifischen Strophen der Mathematiker und Informatiker intoniert.


Bild 1 zur Campusführung Bild 2 zur Campusführung

Am Sonntag wurde das Programm mit weiteren Führungen fortgesetzt. Eine Gruppe nahm an einer Sonderführung durch die terra mineralia teil (ohne Foto). Währenddessen durchschritt eine andere Gruppe den sogenannten Wissenschaftskorridor, der das Universitätshauptgebäude mit dem Campus verbindet. Selbstverständlich wurde auch der Mathematik-Hörsaal besichtigt, die angestammten Plätze eingenommen und eine Gedenkminute abgehalten, denn zum nächsten Absolvententreffen im Jahr 2012 könnte der Mathematik-Hörsaal bereits abgerissen und einer Erweiterung des Winkler-Baus gewichen sein.


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