Perspektiven der Kohlenutzung in Deutschland – 2014

Meinungsvielfalt trotz Polarisierung Meinungsvielfalt trotz Polarisierung. Die Studie setzt sich zum Ziel, aufbauend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen die Einstellung der deutschen Bevölkerung zur Kohlenutzung auch im Vergleich mit anderen Energieträgern zu erfassen und zu analysieren.

Die wichtigsten Ergebnisse sind: 

  • Es ist falsch zu behaupten, dass die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung einen sofortigen Ausstieg aus der Kohleverstromung fordert. Auf der anderen Seite gibt es auch keine Mehrheit für die Kohleförderung und –verarbeitung in Deutschland.
  • Die wiederholte Forderung nach Einbeziehung der Bevölkerung in weitreichende energiepolitische Entscheidungen muss berücksichtigen, dass entscheidungsrelevantes Wissen in der deutschen Bevölkerung weiterhin nicht bzw. nur marginal vorhanden ist.
  • Die Möglichkeiten und Auswirkungen einer verstärkten stofflichen Nutzung der heimischen Kohle sind in der Bevölkerung nicht bekannt, scheinen aber die grundsätzlichen Einstellungen und Bedenken kaum zu beeinflussen. 
  • Wie stark die Einstellungen zu Energieträgern verankert sind, zeigt sich auch daran, dass die aktuellen geopolitischen Krisen nicht das Potenzial aufweisen, grundlegende Meinungsänderungen zu bewirken.
  • Durch die Einbeziehung demographischer Angaben sowie der sogenannten Sonntagsfrage lassen sich interessante Details und Unterschiede herausarbeiten, die in Summe verdeutlichen, wie vielfältig die Meinungen zur Kohle durch alle Bevölkerungsschichten sind.

Zu diesen Aussagen gelangt die aktuelle repräsentative Studie „Perspektiven der Kohlenutzung in Deutschland - 2014“, die Professor Dr. Michael Nippa vom Lehrstuhl für Unterneh­mens­führung und Personalwesen an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg in Sachsen im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts „Deutsches EnergieRohstoff-Zentrum Freiberg (DER)“ zwischen Oktober und November 2014 durch­geführt hat. Die Studie baut auf den Erkenntnissen einer im Jahre 2013 durchgeführten und veröffentlichten Studie zur Kohleakzeptanz auf. In beiden Fällen wurden mehr als 1.000 Deutsche durch das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid repräsentativ bezüglich ihrer Einstel­lun­gen zum Energierohstoff Kohle und dessen Nutzung im Vergleich mit anderen Energieträgern be­fragt.

Durch die Studie wird erfasst, wie sich die Bevölkerung zu den Themen „Energie“ und „Energie­versorgung“ positioniert, welche Einstellungen zum Industriestandort Deutschland und zum Bergbau bestehen, welche spontanen Assoziationen der Begriff Kohle hervorruft und welche Kenntnisse zu alternativen Nutzungsformen wie z. B. der stofflichen Nutzung vorliegen. Darüber hinaus werden die Energieträger Kohle und Erdgas hinsichtlich der von der Bevölkerung als wichtig erachteten Bewertungskriterien verglichen.

Es wird eine aktuelle, wissenschaftlich fundierte und differenzierte Bestandsaufnahme vorgelegt, wie die Bürgerinnen und Bürger dieses konträr debattierte Themenfeld wahrnehmen und welche Meinungen und Einstellungen vorherrschen. Die Bestandsaufnahme erhebt nicht den Anspruch, den individuellen bzw. kollektiven Ursachen der Akzeptanzbildung auf den Grund zu gehen. Das Anliegen des DER besteht eher darin, Personen, die sich für das Thema Kohle interessieren, in die Lage zu versetzten, auf der Basis von Kenntnissen relevanter Systemzusammenhänge und im Einklang mit ihren subjektiven Werten, die Technologien anhand geeigneter Kriterien zu bewerten und zu beurteilen.